Kevin Weiss - Naturfotografie

Kevin Weiss - Naturfotografie 📸 Nature photography
🏕️ Allgäu (Germany)

Weit im Norden Finnlands, jenseits des Polarkreises, gehören Rentiere (Rangifer tarandus) fest zum Landschaftsbild. In d...
05/08/2026

Weit im Norden Finnlands, jenseits des Polarkreises, gehören Rentiere (Rangifer tarandus) fest zum Landschaftsbild. In den weiten Wäldern und auf den offenen Fjälls von Lappland lassen sich diese an das arktische Klima angepassten Tiere gut beobachten, wenn sie auf der Suche nach Nahrung durch die Vegetation ziehen.

​🦌 Geweih bei beiden Geschlechtern
Eine anatomische Besonderheit unter den Hirscharten: Beim Rentier tragen sowohl die Männchen als auch die Weibchen ein Geweih. Die Weibchen behalten ihres oft den gesamten Winter über, was ihnen hilft, Futterplätze im tiefen Schnee gegen Artgenossen zu verteidigen.

​🌲 Frei wandernd, aber nicht wild
Die Rentiere in Finnisch-Lappland leben halbwild. Sie streifen den größten Teil des Jahres völlig frei durch riesige Gebiete, gehören aber alle lokalen Rentierzüchtern und sind durch spezifische Markierungen an den Ohren gekennzeichnet.

​❄️ Anpassungsfähige Hufe
Ihre breiten Hufe funktionieren im tiefen Schnee wie Schneeschuhe und verhindern ein zu tiefes Einsinken. Je nach Jahreszeit passt sich zudem die Beschaffenheit der Hufe an: Im Sommer werden die Ballen weicher, um auf dem feuchten Untergrund der Tundra besseren Halt zu finden.

Dicht über den Wellen ziehen sie ihre Bahnen. Auf Nordstrandischmoor lassen sich Nonnengänse (Branta leucopsis) im Vorbe...
16/07/2026

Dicht über den Wellen ziehen sie ihre Bahnen. Auf Nordstrandischmoor lassen sich Nonnengänse (Branta leucopsis) im Vorbeiflug gut beobachten, wenn sie in ihren typischen V-Formationen oder in langen Linien über das Wasser des Wattenmeers navigieren.

👩🏼‍🎓 ​Markante Zeichnung
Der Name der Nonnengans (oder Weißwangengans) leitet sich direkt von ihrem Gefieder ab. Das weiße Gesicht setzt sich deutlich vom schwarzen Hals und der dunklen Brust ab. Dieser Kontrast hilft dabei, die Art auch im Flug zuverlässig von anderen Gänsen zu unterscheiden.

🍽️ Rast an der Küste
Für die Tiere ist das Wattenmeer ein zentraler Rast- und Überwinterungsplatz. Sie ziehen aus ihren arktischen Brutgebieten wie Spitzbergen, Grönland oder Nordrussland an die Nordseeküste, um auf den Salzwiesen der Halligen Nahrung zu finden und Energiereserven aufzufüllen.

​🗣️ Stetige Kommunikation
Ein fliegender Schwarm bleibt akustisch permanent in Kontakt. Die kurzen, relativ hellen Rufe, die klanglich an das Bellen kleiner Hunde erinnern, dienen der Abstimmung. So halten die Vögel im Flugverband ihre Position und koordinieren die Richtung.

Die Bilder entstanden im März. Danke für den tollen Aufenthalt Ruth Kruse !

Wenn Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) zur Paarung ansetzen, zeigen sie direkt über der Wasseroberfläche eine be...
09/07/2026

Wenn Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) zur Paarung ansetzen, zeigen sie direkt über der Wasseroberfläche eine beeindruckende Akrobatik, die einen sofort in ihren Bann zieht.

​❤️ Das Paarungsrad
Zur Fortpflanzung verhaken sich Männchen und Weibchen in einer komplexen Position. Das Weibchen krümmt seinen Hinterleib nach vorn zum Samenbehälter des Männchens, wodurch die markante, fast herzförmige Silhouette des sogenannten Paarungsrades entsteht.

​🔗 Eiablage im Tandem
Auch nach der eigentlichen Paarung bleiben die beiden oft untrennbar verbunden. Im Tandemflug sucht das Paar gemeinsam nach geeigneten Wasserpflanzen. Das Männchen hält das Weibchen fest und sichert es gegen Konkurrenten ab, während sie die Eier direkt in schwimmendes Pflanzengewebe sticht.

​💧 Verborgene Entwicklung
Aus den Eiern schlüpfen Larven, die bis zu einem Jahr versteckt unter Wasser leben. In solchen natürlichen, dicht bewachsenen Gewässern findet der Nachwuchs genügend Deckung, um ungestört heranzuwachsen und später selbst als erwachsene Libelle an die Oberfläche zurückzukehren.

Wenn es abends ruhiger wird, trauen sich Feldhasen (Lepus europaeus) auf die offenen Flächen. Diese Begegnung am Waldran...
03/07/2026

Wenn es abends ruhiger wird, trauen sich Feldhasen (Lepus europaeus) auf die offenen Flächen. Diese Begegnung am Waldrand war ein echter Glücksfall: Das Tier hatte mich im Dämmerlicht zunächst komplett übersehen, wodurch ich es einen Moment lang ungestört beobachten konnte.

​🚫 Keine Höhlenbewohner
Ein häufiger Irrtum: Im Gegensatz zu Kaninchen graben Feldhasen keine unterirdischen Baue. Sie verbringen ihr gesamtes Leben oberirdisch auf Wiesen, Feldern und in lichten Wäldern.

​👂 Aufmerksame Sinne
Die langen Ohren, in der Jägersprache Löffel genannt, lassen sich unabhängig voneinander bewegen. Sie wirken wie ein 360-Grad-Radar, um sich nähernde Gefahren sofort zu orten.

​⚡ Sprint-Spezialist
Fliegt die Tarnung auf, verlässt er sich auf seine enorme Geschwindigkeit. Mit bis zu 70 km/h und den typischen, blitzschnellen Hakenschlägen entkommt er den meisten Verfolgern.

Die Allgäuer Hochalpen zeichnen sich durch ihre steilen Grasberge und schroffen Felsformationen aus. Dieses Naturschutzg...
30/06/2026

Die Allgäuer Hochalpen zeichnen sich durch ihre steilen Grasberge und schroffen Felsformationen aus. Dieses Naturschutzgebiet ist ein anspruchsvoller Lebensraum, an den sich die lokale Flora und Fauna über Jahrhunderte perfekt angepasst hat.

​🦅 Spezialisierte Tierwelt
Ob Steinböcke in den steilen Wänden oder majestätische Steinadler, die hoch oben am Himmel ihre Kreise ziehen – die Tierwelt hat effektive Strategien entwickelt, um mit den rauen Bedingungen und extremen Wetterwechseln im Gebirge umzugehen.

​🌿 Widerstandsfähige Flora
Die Pflanzenwelt ist nicht weniger faszinierend. Dicht am Boden wachsende Alpenblumen trotzen dem starken Wind und nutzen das kurze Sommerfenster intensiv fĂĽr ihre BlĂĽte.

​🤝 Respektvolles Miteinander
Dieses alpine Ökosystem reagiert sehr sensibel auf Störungen. Wenn wir uns ruhig verhalten und auf den Wegen bleiben, lassen sich hier beeindruckende Verhaltensweisen der Wildtiere beobachten, ohne die Natur zu belasten.

Plötzlich spürt man, dass man nicht allein ist. Der Blick wandert nach oben und da steht er. Völlig reglos beobachtet mi...
28/06/2026

Plötzlich spürt man, dass man nicht allein ist. Der Blick wandert nach oben und da steht er. Völlig reglos beobachtet mich ein majestätischer Alpensteinbock (Capra ibex). Sich mit dem König der Berge für einen Moment in die Augen zu blicken, lässt die Zeit stillstehen. ✨

​⛰️ Meister der Höhe
Ihre spezialisierten Hufe mit harten Außenkanten und weichen, gummiartigen Ballen in der Mitte sorgen für perfekten Halt. Diese Anatomie ermöglicht es ihnen, sich an steilen, fast senkrechten Felswänden mit absoluter Sicherheit zu bewegen.

​👑 Imposante Hörner
Die massiven, nach hinten geschwungenen Hörner der ausgewachsenen Böcke können eine Länge von bis zu einem Meter erreichen und über 15 Kilogramm wiegen. Sie sind entscheidend für die Dominanz und die Rangkämpfe während der intensiven Brunftzeit im Winter.

​❄️ Überleben in der Kälte
Um die eisigen alpinen Winter zu ĂĽberstehen, entwickeln sie ein dichtes, isolierendes Unterfell. Im Sommer wechseln sie dieses gegen ein kĂĽrzeres, helleres Haarkleid, um einer Ăśberhitzung in der starken Bergsonne vorzubeugen.

Zwei junge Alpensteinböcke (Capra ibex) beim spielerischen Kräftemessen in den Allgäuer Alpen zu beobachten, ist ein fas...
26/06/2026

Zwei junge Alpensteinböcke (Capra ibex) beim spielerischen Kräftemessen in den Allgäuer Alpen zu beobachten, ist ein faszinierendes Naturschauspiel. Was wie ein unbeschwerter Zeitvertreib wirkt, ist ein instinktives und überlebenswichtiges Training für das Hochgebirge.

​⚔️ Instinktives Training
Diese Scheinkämpfe sind essenziell für die körperliche Entwicklung. Die Jungtiere trainieren gezielt ihre Muskulatur und Präzision für die späteren, ernsthaften Rangkämpfe in der Brunftzeit.

​🧗‍♂️ Sichere Tritte am Abgrund
Selbst im ausgelassenen Spiel beweisen sie enorme Trittsicherheit. Ihre Spezialhufe mit harten Rändern und elastischen Ballen garantieren festen Halt und dämpfen jeden Sprung auf dem Fels zuverlässig ab.

​👑 Ein Leben lang wachsend
Die Hörner der jungen Böcke wachsen kontinuierlich weiter. Im Winter verlangsamt sich dieses Wachstum, wodurch markante Jahresringe entstehen, an denen sich später ihr exaktes Alter ablesen lässt.

🏞️ Allgäuer Hochalpen: Magie der Berge
25/06/2026

🏞️ Allgäuer Hochalpen: Magie der Berge

Achtsam durch die Linse 🌿Unter diesem passenden Motto waren wir beim Fotofestival Fotogipfel gemeinsam mit der GDT – Ges...
22/06/2026

Achtsam durch die Linse 🌿
Unter diesem passenden Motto waren wir beim Fotofestival Fotogipfel gemeinsam mit der GDT – Gesellschaft für Naturfotografie in den Allgäuer Hochalpen unterwegs. Der Fokus des Workshops? Weit mehr als nur Blende und Verschlusszeit. Es ging tief in die Verhaltensweisen und den Schutz unserer heimischen Wildtiere.

​Dass die raue Alpenwelt neben den majestätischen Steinböcken noch ganz andere faszinierende Bewohner hat, zeigt dieses schöne Murmeltier! 📸

Ich war eigentlich nur Löwenzahn für meine Schildkröten sammeln, da hörte ich ein Rascheln. Langsam schlich ich mich in ...
17/06/2026

Ich war eigentlich nur Löwenzahn für meine Schildkröten sammeln, da hörte ich ein Rascheln. Langsam schlich ich mich in den Wald, um diesem wunderschönen Tier zu begegnen. 💚

🦌 Das Europäische Reh (Capreolus capreolus) ist unsere kleinste und mit Abstand häufigste heimische Hirschart.

🧥 Das Tier auf meinen Fotos befindet sich gerade mitten im Fellwechsel. Im Frühjahr weicht das dicke, stark isolierende und graubraune Winterfell einem deutlich dünneren, leuchtend rotbraunen Sommerkleid. In dieser Übergangsphase wirken die Rehe oft etwas struppig und scheckig, da das alte Haarkleid in Büscheln ausfällt.

​🫎 Geweihträger auf Zeit
Nur die männlichen Tiere (Böcke) tragen ein Geweih. Dieses werfen sie jedes Jahr im Spätherbst oder frühen Winter ab. Über die kalte Jahreszeit bildet sich direkt ein neues Geweih, das im Frühjahr von der schützenden Basthaut befreit ("gefegt") wird.

​🌿 Wählerische Feinschmecker
Rehe sind sogenannte Konzentratselektierer. Da sie einen relativ kleinen Pansen besitzen, fressen sie nicht einfach nur raues Gras. Stattdessen suchen sie sich gezielt nährstoffreiche, leicht verdauliche Pflanzenteile wie Kräuter, Knospen, Beeren und frische Triebe.

​⏳ Clevere Familienplanung
Eine absolute biologische Besonderheit ist die Keimruhe (Eiruhe). Obwohl die Paarungszeit (Blattzeit) bereits im Juli und August stattfindet, ruht die Entwicklung des Embryos monatelang. Erst im Dezember nistet sich die Eizelle ein, sodass die Kitze pĂĽnktlich im warmen, nahrungsreichen Mai und Juni zur Welt kommen.

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