16/11/2025
Heute mal ein untypischer Beitrag von mir, der vielleicht auch etwas provoziert.
Ich möchte mich hier nicht jammern oder mich rechtfertigen, sondern erklären. Weil dieses Thema mich so belastet wie nie zuvor in 12 Jahren Selbständigkeit, nie so präsent war durch Diskussionen, unbezahlten Rechnungen, Anfragen nach kostenlosen Shootings von “Freunden”, die ich seit 35 Jahren nicht mehr gesehen habe und mehr.
In den letzten Jahren ist alles teurer geworden und ich verstehe absolut, dass gerade Familien Preise vergleichen müssen und überlegen, wieviel Geld man für was ausgibt. Glaubt mir, I feel you. Wir haben selbst insgesamt 4 Kinder.
Aber ich weiß auch, wie viel Herz in meiner Arbeit (und natürlich der anderer FotografInnen) steckt. Wie viele Stunden Arbeit, wie viele Kosten.
Und wie viel Liebe zum Detail. Es ist nicht einfach nur ein Bild – es ist ein Moment, für immer festgehalten. Mit Erfahrung, mit Zeit. Mit Gespür für Stimmungen, Licht, Menschen.
Und ich frage mich: Woran liegt es, dass die Wertschätzung so gering geworden ist? Ist Fotografie nichts Besonderes mehr, weil Handykameras immer besser werden und dies ausreicht? Oder ist ein Fotoshooting in Zeiten wie diesen einfach ein Luxus, den man sich nicht mehr leisten kann?
Ich weiß es nicht.
Ich selbst bin so dankbar für die Bilder, die ich über die Jahre von meinen Kindern gemacht habe. Viel zu wenige davon zeigen uns alle zusammen, weil ich meistens hinter der Kamera stehe.
Es sind Erinnerungen, die mir niemand mehr nehmen kann. Und die lange nachhallen. Auch noch für meine Kinder und irgendwann Enkelkinder.
Für so vieles geben wir leichtfertig Geld aus.
Ein Kinderwagen, Babyklamotten, das teuerste Babyphon, Hochzeitsessen, die Blumendeko an der Hochzeit. Nichts davon bleibt.
Wenn du bei mir buchst, kaufst du kein Produkt.
Du investierst in ein Erlebnis. Und vor allem in Erinnerungen, die bleiben.
Ein bisschen Jammern war nun doch dabei.