13/02/2021
Ich möchte gerne eine Erfahrung teilen, die ich heute gemacht habe.
Heute war ein guter Tag.
Zwar noch sehr kalt, aber tolles Wetter und kein Stress.
Also habe ich mich entschieden meine Kamera einzupacken und in unser schönes Würzburg zu fahren, um zum ersten Mal ein bisschen "Streetfotografie" auszuüben.
Gesagt, getan.
Ich fuhr in die Stadt, habe mir einen Kaffee geholt am Bahnhof und bin los gelaufen, ohne ein bestimmtes Ziel.
Ein tolles Gefühl bei diesem Sonnenschein ganz ungezwungen unterwegs zu sein und sich seinem Hobby hinzugeben.
Nach den ersten zwei - drei Bildern lief dann auch alles ganz gelassen.
Nach einiger Zeit hat mich mein Weg in die Schustergasse geführt, ein toller Ort in Würzburg, wo ich dann einen Mann am Ende der Gasse sitzen sah. Er ist obdachlos.
Ich wollte ihm etwas Gutes tun bei diesen Temperaturen, also bin ich in den nächsten Bäcker und habe einen heißen Kaffee und etwas zu essen für ihn gekauft.
Als ich ihm die Sachen dann brachte, kam ich mit ihm ins Gespräch.
Es war ein wahnsinnig tolles Gespräch, das sich dann auf knapp 1,5 Stunden erstreckt hat.
Während unseres Gesprächs habe ich die ganze Situation mal beobachtet, wie alles überhaupt so abläuft und wie die Menschen sich verhalten und reagieren. Mit wirklich erschreckender Erkenntnis.
Der Mann auf dem Bild ist Stefan, er ist 52 Jahre alt und obdachlos. Ich möchte auf die Hintergründe, die ich im Gespräch ebenfalls erfahren habe, hier gar nicht weiter eingehen.
Stefan ist ein wirklich toller und guter Mensch, der auch sehr ehrlich ist. Er selbst sagte mir: "Daniel, mir kommt es doch gar nicht darauf an ob und wie viel Geld am Ende des Tages in meinem Becher ist, ich würde mir nur manchmal etwas mehr Verständnis für die Situation, Beachtung und weniger Verachtung von den Menschen wünschen."
Mich hat es schockiert zu hören und auch selbst wirklich zu sehen wie blind die Leute an ihm vorbei gingen. Es hat mir von Herzen leid getan und tut es weiterhin.
Stefan ist nicht der einzige dem es so geht und der so behandelt wird.
Es ist ein allgemeines Problem in unserer Zeit.
Ich kann nur an alle Leute appellieren und alle bitten:
MACHT DIE AUGEN AUF !!!!
Das sind auch Menschen wie du und ich, nur dass sie aktuell in einer schwierigen Lage sind.
Jeder kann helfen, selbst wenn es nur eine kleine Geste ist, zeigt Ihnen einfach dass ihr sie seht und sie nicht alleine sind.
Das wollte ich dazu loswerden, vielen Dank wenn du alles gelesen hast.
̈rzburg