31/03/2024
Hunde sind schlau.
Schlauer als die meisten Menschen denken.
Wieso sollten sie nur lernen, indem ihnen ein Alternativverhalten gezeigt wird? Warum sollten sie keine Verbote akzeptieren können oder keine Gespräche auf sozialer Ebene führen können?
Du bist traurig, dass dein Hund zum 10. Mal deinen Nachbar angesprungen hat, du darfst ihn aber nicht schimpfen, sondern musst immer das richtige Verhalten bestätigen.
Was passiert denn eigentlich mit den Grenzen von Menschen bei der bedürfnisorientierten Hundeerziehung?
Es gibt sie nicht mehr. Der Mensch muss seine Bedürfnisse zurückstecken.
Was Hunde daraus lernen: die ganze Welt dreht sich um sie. Sie finden immer mehr Möglichkeiten, wie sie ihren Willen durchsetzen können oder zu einem Leckerlie kommen. Sie können und wollen sich nicht mehr zurücknehmen.
Mangelnde Grenzsetzung schafft kleine Egoisten, die - wenn’s blöd läuft - sogar ihre Zähne einsetzen, damit sie kriegen, was sie wollen.
Hunde, die nach ihren Haltern beißen, weil sie festgehalten werden, die fiepsen, bellen oder schreien, wenn sie nicht schnell genug bekommen, was sie wollen. Hunde, die keinen Frust mehr aushalten können, da sie normal kriegen, was sie wollen oder wenigstens einen Ersatz dafür (Leckerlie, Spielzeug, Aufmerksamkeit).
Hunde, die panische Angst davor haben, zum Tierarzt zu gehen, weil normalerweise niemals ihre Grenze überschritten wird. Beim Tierarzt dann aber plötzlich schon - sie werden festgehalten, kriegen Spritzen und müssen dann plötzlich mit so viel Frust umgehen. Wie soll das denn bitte gehen?
Positive Hundeerziehung kann keine Frustrationstoleranz schaffen. Höchstens Impulskontrolle. Denn - wann hat der Hund mal wirklich Frust und lernt ohne Ersatz damit umzugehen?
Es gibt so viele Situationen im Leben, die Frust bei Hunden auslösen, unvorhergesehene Dinge, auf die sie nicht ewig vorbereitet werden konnten. Wie sollen sie damit umgehen, wenn sie niemals gelernt haben, mit Frust wirklich umzugehen?
Ich bin gespannt, wie viel noch passieren muss, bis Menschen endlich aufwachen, die rosarote Brille absetzen und verstehen, was Hunde wirklich sein können.