30/08/2017
Das haben wir sehr gerne gemacht. Wir wünschen allzeit klare Nächte!
Der Explore Scientific 165/1155 ED APO Carbon
Ende Dezember 2017 ergab sich die Möglichkeit für den Naturwissenschaftlichen Verein Osnabrück (NVO), von der Firma Bresser (Rhede/Westfalen), einen Explore Scientific 165/1155 ED APO Carbon-Refraktor für ca. 1/2 Jahr zur Verfügung gestellt zu bekommen.
Mitte Februar fuhren dann Martin Steinbeißer und Carsten Debbe nach Coesfeld, um den Tubus und einiges Zubehör, u.a. einen passenden Flattener 0,7x, in Empfang zu nehmen.
Am selben Abend wurde das Gerät in der Sternwarte des NVO, Oldendorfer Berg bei Melle, montiert. Somit befanden sich dann ein 165mm-Refraktor, ein 125mm-FH-Refraktor (ca. 100 Jahre alte Optik von Merz,München), sowie als Hauptgerät, ein 24"-Cassegrain, in der Sternwarte.
Zu dem Zeitpunkt hatten wir uns Visuell und Fotografisch viel vorgenommen, allerdings spielte das Wetter nicht mit, so das die Ausbeute am Ende doch leider geringer war, als erhofft.
Bei den wenigen sich bietenden Möglichkeiten, waren die NVO-Mitglieder aber sehr angetan von dem Gerät.
Das bezog sich aber nicht alleine auf die optische/fotografische Leistungsfähigkeit, sondern auch auf die Mechanische. Als Okularauszug war bei diesem Tubus ein 2,5"-Feather Touch verbaut, mit 10:1-Untersetzung. Dieser machte ein fokussieren sowohl visuell als auch fotografisch zum Kinderspiel. Nur zwei Worte: ein Gedicht!
Da der Tubus aus Carbon gefertigt ist, fällt das Gewicht für ein Gerät dieser Größe mit 13kg erfreulich gering aus. Somit haben auch Montierungen von der Art einer EQ-6 keine Probleme damit. Außerdem war der Tubus etwas gekürzt, sodaß wir mit einem Bino-Ansatz keine Probleme hatten, in den Fokus zu kommen.
Eines der ersten Objekte war dann Jupiter, bei dem der Große Rote Fleck seinen Namen zu Recht hat! So ein Rot war bisher noch von keinem, die mit diesem Gerät beobachtet hatten, gesehen worden.
Besucher an den öffentlichen Beobachtungsabenden waren beeindruckt von dem kontrastreichen Eindruck der Objekte. Das lag nicht zuletzt an den mitgelieferten Okularen von Explore Scientific, die voll und ganz überzeugen konnten. Zum Einsatz kamen 12mm 92°, 14mm 82° und 17mm 92°. Das 14mm-Okular in 1 1/4"-Ausführung. Die beiden anderen jeweils mit 2"-Steckhülse. Das zog sich durch die Palette der Objekte, die an solchen Abenden gezeigt werden. Also Galaxien, Sternhaufen, Planeten, Mond,...
Fotografisch wurde das Teleskop u.a. genutzt, um z.B. Mond aufzunehmen (Martin gelangen damit seine bislang besten Mondfotos).
Der erdnahe Asteroid 2014 JO25 konnte am 19.04.2017 mit der Canon 6D fotografiert werden. Während die Sternbilder scharf erscheinen, zeigt die Spur des sich bewegenden Asteroiden eine Wackelbewegung, die wohl durch die Nachführung verursacht wird. Letztlich ein Zeichen für die gute Abbildungsqualität des Fernrohrs! Das Bild erschien auch in der lokalen Presse: https://www.noz.de/…/bilder-aus-melle-gefaehrlicher-asteroi…
Auch im Rahmen der IOTA (Sternbedeckung durch Asteroiden), kam der Refraktor zum Einsatz.
Desweiteren auch der Komet 41/P Tuttle-Giacobini-Kresak, der zu der Zeit günstig am Himmel stand.
An den wenigen Abenden die Wetter technisch zur Verfügung standen, haben wir dann bekannte Objekte fotografiert.
Leider mussten wir uns schweren Herzens im Juli wieder von dem Gerät trennen. Zumal das Wetter nicht so mitgespielt hat, wie wir es uns erhofften. Das Gerät wurde von Martin und Carsten wieder zu Jochen Fehmer, von der Firma Bresser, zurückgebracht und bei einem gemütlichen Beisammensein übergeben.
Der Firma Bresser, namentlich vertreten durch Jochen Fehmer, soll an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich gedankt werden, für die Möglichkeit, das ein solches Gerät dem NVO zur Verfügung gestellt wurde!
Für den NVO bedanken sich stellvertretend
Martin Steinbeißer und Carsten Debbe