14/01/2026
Lange habe ich gesagt, dass ich die Geschichten meiner Kunden erzähle.
Und vielleicht habe ich das auch geglaubt. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass Geschichten oft das sind, was wir im Nachhinein um Bilder herum bauen. Worte, Erklärungen, Zusammenfassungen. Etwas, das Ordnung schafft, wo eigentlich Gefühl war. Wer behauptet, er erzähle mit seinen Bildern die Geschichte eines Menschen, erzählt oft vor allem seine eigene und nennt das dann Nähe.
Je länger ich fotografiere, desto weniger glaube ich daran, Leben oder Begegnungen für ein ästhetisches Ergebnis in klare Zusammenhänge zu pressen. Denn wenn ich ehrlich bin, geht es mir beim Fotografieren nie um die Geschichte an sich. Mich interessiert nicht, was davor war oder wie es weitergeht, sondern das, was darunter liegt. Das, was man nicht erklären muss, weil man es sofort spürt.
Während eines Shootings entsteht kein Drehbuch. Es entsteht ein Raum. Für Nähe, für Unsicherheit, für Vertrauen, für Energie. Und genau diese Energie versuche ich festzuhalten. Nicht sauber, nicht perfekt, nicht einheitlich. Sondern so, wie sie sich in diesem Moment angefühlt hat.
Ich möchte keine Bilder machen, die erzählen, wer jemand ist. Ich möchte Bilder machen, die etwas in dir auslösen, wenn du sie ansiehst. Vielleicht ein Wiedererkennen. Vielleicht ein Ziehen im Bauch. Vielleicht einfach ein Gefühl, das bleibt, ohne dass man es benennen kann.
Am Ende geht es für mich nicht um Geschichten. Es geht um das Gefühl unter all dem. Und genau dort beginnt meine Art zu fotografieren.. ♥️
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