12/08/2026
Nothin’ but safety
Dass ich mich in dieser Form vor eine Kamera wage hatte ich selbst auch nicht von mir gedacht - aber wenn Jan Frohne mit so einem wichtigen Projekt um die Ecke kommt, kann ich ja quasi nicht Nein sagen.
Das Motto des Projekts ist „Nothin’ but Safety“ und eigentlich sollte genau das wirklich immer das Motto sein, wenn es um Reitsport geht. Warum “eigentlich”?
Weil in meinem Job als Fotografin die Themen Sicherheit und Ästhetik immer wieder miteinander konkurrieren.
Ich kann nicht von mir behaupten, dass ich noch nie ohne Helm auf dem Pferd gesessen habe oder bei Shootings auf jedem Bild ein Helm getragen wird. Das wäre gelogen.
Es gab Situationen, in denen für ein bestimmtes Motiv jemand ohne Helm auf einem stehenden Pferd saß. Auch ich selbst habe schon gedacht: „Ich sitze ja nur kurz drauf, Wolke ist doch brav.“ Aber nur weil ich diese Ausnahmen gemacht habe, waren sie weder vernünftig noch sicher. Auch im Stand kann etwas passieren und ein noch so braves Pferd bleibt ein Pferd.
Sobald tatsächlich geritten wird, gibt es für mich deshalb keine Abwägung: Reitbilder ohne Helm sind ein absolutes No-Go. Die fotografiere ich nicht. Auch dann nicht, wenn der Helm vermeintlich die Ästhetik stört oder die Bildidee ohne vielleicht besser funktionieren würde.
Denn genau da liegt für mich die Herausforderung: Sicherheit und Ästhetik nicht als Gegensätze zu behandeln. Ein gutes Bild sollte nicht davon abhängig sein, dass wir dafür auf Sicherheit verzichten. Im besten Fall muss man sich zwischen Sicherheit und einem guten Bild gar nicht erst entscheiden.
Ich kann nicht behaupten, dass ich das in der Vergangenheit immer so gelebt habe. Aber genau darum geht es für mich: diese Ausnahmen immer weniger werden zu lassen, bis es keine mehr gibt.
Nothin’ but Safety. Nicht eigentlich. Sondern immer.