16/12/2025
📷 Zwei Jahre ist's nun her, dass Johannes (r.) und Arkadiusz für ein ganz und gar ungewöhnliches Shooting bei der AWO am Zwischenahner Meer aufeinander trafen: Schon seit 2011 baut der Rostruper Fotograf sein mobiles Fotostudio in Pflegeeinrichtungen auf, um den hier lebenden Senior*innen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. "Jeder Mensch ist schön und jeder Mensch ist besonders", sagt Jo Bichmann ( Soul-Photo ), "es ist mir eine Ehre, ihnen zeigen zu dürfen, was in ihnen steckt."
Das gilt nicht nur, aber insbesondere für die Teilnehmenden seines Projektes "Das Leuchten des Alters". Eben darin ist auch das strahlende Portrait des heute 99-Jährigen entstanden, das noch immer auf dem Flur der Einrichtung hängt. Wie besonders das nicht nur für die beiden Protagonisten ist, sondern auch für die Mitarbeitenden, weiß Einrichtungsleiterin Christin Golletz: "Ihre Bilder sind für uns und die Mitbewohner*innen eine liebevolle Erinnerung - sie erzählen Geschichten, halten Momente fest und geben einem das Gefühl, dass diese Menschen weiter Teil unserer Gemeinschaft sind".
Tatsächlich sind viele der 2023 hier portraitierten Menschen in der Zwischenzeit verstorben. Dass ihre Bilder als Andenken hier weiterhin hängen dürfen, hatten sie damals erlaubt - und sich über die etwa Meter-mal-Meter große Würdigung zudem sehr gefreut.
"Als wir die Fotoaktion mit Johannes in Angriff nahmen, waren wir selbst gespannt, wie unsere Bewohner*innen reagieren würden. Schließlich hatten viele Skepsis, weil sie sich früher auf Fotos nicht wirklich mochten“, so Golletz, „umso schöner war es dann zu erleben, wie schnell diese Zurückhaltung gewichen ist. Da war nicht mehr dieser kritische Blick, sondern Staunen und Freude darüber, sich so würdevoll und authentisch dargestellt zu sehen.“
Auch Bichmann selbst habe das Projekt nachhaltig geprägt: "Einige der Portraitierten haben mich gleich ein bisschen in die Ersatz-Enkel-Funktion genommen, kontaktieren mich noch lang nach dem Shooting“, sagt er. All die Erfahrungswerte aus Hunderten Leben und Aufeinandertreffen, all die Geschichten und jedes Strahlen nehme er mit: „Fürs eigene innere Kind, das ich mir so hoffentlich erhalten kann.“