22/12/2023
Für mich hat es einen besonderen Reiz, Objekte aus ungewöhnlichen Perspektiven zu fotografieren oder ihnen eine außergewöhnliche Bühne zu bieten, die nicht der normalen Sichtweise entspricht. Meine Idee ist, dass auf diese Weise der „Star“ die uneingeschränkte Aufmerksamkeit bekommt. So kann es allerdings auch zu einer verzerrten Sicht kommen. Wenn ich erkläre, dass der Sockel eigentlich ein Kerzenständer ist, werden die Proportionen klarer.
Und doch ist der Granatapfel keine Kerze und der Ständer keine Obstschale.
Mich begeistert die Form, die Oberfläche und die Farbe dieser Frucht. Es hat etwas königliches und wirkt auf dem improvisierten Sockel ein wenig wie ein Zepter. Die rostige Platte im Hintergrund ist zwar weniger königlich, ergibt aber eine harmonische Ergänzung zur Oberflächenstruktur und Farbe des Granatapfels. Also habe ich meinem Held Bühne und Licht gegeben, damit er leuchten kann, so wie es mein Plan war.
So könnte auf uns auch der flüchtige Blick auf die Scheune in Betlehem wirken:
Die Krippe ist kein Kinderbett, das Kind kein Futter, die Umgebung trist und wenig königlich. Wir brauchen die Gedanken des Urhebers, um die Szene zu verstehen.
Der königliche Sohn wird geboren. Unscheinbar in einem improvisierten Kinderzimmer. Die Umgebung passend zu den ärmlichen Familien-Verhältnissen.
Der zukünftige König des Friedens, fängt ganz unten an, unscheinbar, friedlich, kein großer Paukenschlag, bedürftig wir jedes Menschenkind. Doch sein Plan ist die Welt zu heilen und für immer in Frieden zu regieren.
Schauen wir also diese Weihnachten genauer hin und lesen die Erklärung des Autors, damit wir seine Absichten erkennen:
„Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen.“
Jesaja 9,6
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie friedliche und gesegnete Weihnachten. Vielleicht entdecken Sie nun mit einer leicht veränderten Sichtweise das königliche Zepter in der Krippe und freuen sich auf den - hoffentlich bald - kommenden Friedenskönig.
Grüße Oliver