14/06/2026
Mein Weg war nie besonders geradlinig.
Lange Zeit hatte ich das Gefühl, irgendwo zwischen den Dingen zu stehen. Ich wollte dazugehören, wusste aber oft nicht genau wie. In Gruppen fiel es mir schwer, meinen Platz zu finden. Mal hatte ich das Gefühl, zu viel zu sein, mal zu wenig. Zu laut, zu still, zu intensiv oder einfach anders.
Mit der Zeit habe ich verstanden, dass ich die Welt auf meine eigene Weise wahrnehme. Die Diagnosen Autismus und ADHS haben vieles erklärt, aber sie definieren mich nicht. Sie sind nur ein Teil von mir.
Ein anderer Teil von mir ist die Kunst.
Fotografie ist für mich weit mehr als das Festhalten von Bildern. Sie ist eine Möglichkeit, Fragen zu stellen, Spuren zu hinterlassen und Dinge sichtbar zu machen, die oft verborgen bleiben. Viele meiner Arbeiten beschäftigen sich mit Identität, Intimität, Nähe und der Frage, wer ich eigentlich bin.
Auf meinem Weg gab es Zweifel, Konflikte und Phasen, in denen ich mich verloren gefühlt habe. Es gab Momente, in denen ich dachte, ich müsste anders sein, um akzeptiert zu werden. Gleichzeitig habe ich Menschen kennengelernt, die mich genau so angenommen haben, wie ich bin.
Besonders wichtig war für mich, einen Ort und eine Gemeinschaft zu finden, in der ich als Mensch gesehen werde. Nicht trotz meiner Eigenheiten, sondern mit ihnen. Dort habe ich gelernt, mich selbst besser zu verstehen und Stück für Stück mutiger zu werden.
Ich habe angefangen, ehrlich auf meine Bedürfnisse zu schauen. Nicht darauf, was andere von mir erwarten, sondern darauf, was mir Sicherheit, Geborgenheit und Stabilität gibt. Das war nicht immer einfach, aber es hat mir geholfen, meinen eigenen Weg zu finden.
Heute bin ich noch immer auf der Suche. Viele Fragen sind offen. Viele Projekte sind noch nicht abgeschlossen. Aber ich habe gelernt, dass Ankommen vielleicht gar nicht bedeutet, alle Antworten zu haben.
Vielleicht bedeutet Ankommen, sich selbst immer ein Stück besser kennenzulernen und trotzdem weiterzugehen.
Mein Weg ist kein gerader Weg.
Er besteht aus Kunst, Begegnungen, Fehlern, Wachstum, Unsicherheiten, Kreativität, Liebe, Gemeinschaft und der ständigen Suche nach Authentizität.
Und auch wenn ich oft das Gefühl habe, noch nicht angekommen zu sein, bin ich weiter gekommen, als ich mir früher jemals hätte vorstellen können.