14/09/2026
HOFFNUNG
PROLOG
Ein zartes Pflänzchen, tief verwurzelt in den Grundfesten unserer Seele, in allem, was uns ausmacht. Die Hoffnung. Nicht umsonst sagt man, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aller Widrigkeiten zum Trotz, beginnt sie aufzublühen, wenn die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg bereits begraben scheint. Sie ist der Selbsterhaltungstrieb von Ideen, Vorhaben, Projekten und schließlich des Lebens schlechthin. Scheitern ist ein fester Bestandteil des Lebens, keiner bleibt verschont. Doch im Glauben, dass letztendlich alles gut wird, senden wir positive Energie in den Äther, in der Hoffnung, dass das Leben sie ressoniert, unser Durchhalten belohnt.
EMILY
Knapp vier Jahre gingen ins Land seit unserem ersten Austausch über ein etwaiges Fotoshooting. Zeit vergeht so schnell. Schlachten werden gewonnen und verloren, die kleinen sowie die großen im Leben. Jugend trifft auf Erfahrung, doch letztendlich lernt man immer symbiotisch voneinander. Es geschehen Dinge im Leben, fast unvermeidlich, welche uns die Leichtigkeit rauben, unser Lächeln und manchmal sogar die Hoffnung. Dann tut es gut einem jungen Menschen zu begegnen, der so viel Freude, Liebe und Zuversicht im Herzen trägt, dass es selbst einem traurigen, verbitterten alten Mann wie von selbst ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Es gibt zwei Arten von Shootings. Die spontanen und die geplanten. Bei den spontanen trifft man sich an einem Ort, zückt die Kamera und vertraut der dort entstehenden Eigendynamik zwischen Model und Fotograf. Bei den geplanten steht ein Thema im Vordergrund, man hat Requisiten im Gepäck und eine genaue Vorstellung vom Ablauf. Es war eine Mischung aus Beidem. Emilys Ideen waren ein quirliges Bündel an Lebensfreude und Kreativität. Ihre Vorstellungen waren so stark, ausgeprägt und detailliert, dass es nur noch meine Aufgabe war, diese fotografisch umzusetzen. Die Location stand in voller Blüte, das Wetter spielte mit und das kleine Team, welches die Requisiten trug, sorgte obendrein für gute Laune.
Es sind solche Tage, welche das Empfinden des alltäglichen Seins bereichern und einen daran erinnern, worin der tiefere Sinn besteht, nämlich das Leben zu leben, glücklich zu sein und niemals die Hoffnung zu verlieren. „Positive Mind = Positive Life“. Diese Worte standen auf ihrem T-Shirt, als wir uns kürzlich wieder trafen und es zauberte mir das gleiche Lächeln ins Gesicht wie an jenem Tag. Danke Emily.
EPILOG
Nicht immer vermögen es die Sonnenstrahlen in die tiefsten Tiefen unseres Herzens vorzudringen und an manchen Tagen kostet es verdammt viel Kraft an dem Fünkchen Zuversicht, genannt Hoffnung, festzuhalten. Umso wichtiger ist es, sich mit Menschen zu umgeben, welche einem die gerade fehlenden Sonnenstrahlen schenken und einen dazu ermuntern, die eigenen Ziele zu bewahren. Wenn Menschen über Grenzen sprechen, denke immer daran, es sind ihre, nicht Deine. Wie oft höre ich Menschen sagen: „Ich möchte ja nur, dass er/sie sich keine Hoffnung macht.“
Tue das niemals. Nimm einem Menschen niemals seine Hoffnung. Vielleicht ist es das Letzte, was ihm geblieben ist…
Model: Emily Thoß
📸: Steffen Wutzler