10/05/2025
13 Jahre.
13 Jahre Schmerzen, Krämpfe, Rückenschmerzen, Erbrechen, Ohnmacht.
13 Jahre Gefühlsverlust in den Beinen, Migräne, chronische Blähungen, völlige Erschöpfung.
13 Jahre Notaufnahmen, Krankenhausaufenthalte – und immer wieder dieselben Sätze:
„Sie sind kerngesund.“
„Das ist wohl Stress.“
„Wahrscheinlich ein Reizdarm.“
13 Jahre – ohne Diagnose.
Bis ich selbst auf Endometriose stieß. Ich bat meine Hausärztin um eine Überweisung, bekam eine Bauchspiegelung – und endlich die Diagnose: Endometriose.
Viele erwarten, dass man nach so einer Diagnose am Boden zerstört ist. Aber ich war vor allem erleichtert.
Erleichtert, weil ich 13 Jahre lang gezweifelt habe, ob ich mir alles nur einbilde.
Erleichtert, weil das Leiden endlich einen Namen hatte.
Endometriose ist unsichtbar. Kein Verband, keine sichtbare Wunde.
Und gerade deshalb ist sie so tückisch.
Man steht in der Tram und kann vor Schmerzen kaum atmen – wird aber dafür beschimpft, einem älteren Menschen nicht den Platz anzubieten.
Man kniet bei einem Konzert am Rand, um den Schmerz wegzuatmen – und wird schief angeschaut.
Man wird im Supermarkt für schwanger gehalten – während man in Wahrheit seinen aufgeblähten, krampfenden Bauch massiert.
Ich wünsche mir, dass man diese Krankheit sehen könnte. Nicht aus Mitleid. Sondern, damit man uns glaubt.
An alle, die sich fragen, ob ihre Schmerzen normal sind:
Nein, du bildest dir das nicht ein.
Bleib hartnäckig. Hör auf deinen Körper. Du bist nicht allein.
- Annina