Mike Mohr Photography

Mike Mohr Photography Moin ut Meldörp. Bei mir dreht sich alles um Wildlife-, Natur- und Landschaftsfotografie. Ich suche echte, ungestellte Momente in der Natur.
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Ohne Anfütterung oder sonst. Eingriffe zeige ich Tiere so, wie sie bei uns im Norden wirklich leben, wild und frei

🎨📸 Fotografie trifft MalereiHeute möchte ich euch die Arbeiten einer guten Freundin von mir vorstellen: Diana Gerwig Roc...
15/06/2026

🎨📸 Fotografie trifft Malerei

Heute möchte ich euch die Arbeiten einer guten Freundin von mir vorstellen: Diana Gerwig Rocha Monteiro.

Diana ist leidenschaftliche Fotografin und mit ihrer Kamera gerne in der Natur unterwegs. Nicht nur in ihrer alten Heimat, sondern auch hier an der Westküste findet sie immer wieder faszinierende Motive. Besonders das Katinger Watt, wo wir uns auch kennengelernt haben, gehört zu den Orten, die sie immer wieder inspirieren. Seit vielen Jahren lebt Diana in Tönning und hält die Schönheit von Landschaften, Tieren und besonderen Momenten mit ihrer Kamera fest.

Doch ihre Kreativität endet nicht mit dem Auslösen der Kamera. Viele ihrer fotografischen Motive verwandelt sie anschließend mit viel Geduld, Können und Liebe zum Detail in wunderschöne Gemälde.

Hier möchte ich euch einen kleinen Teil ihrer Arbeiten vorstellen. Jedes Bild wurde mit Aquarell- und Gouachefarben auf Aquarellpapier im A3-Format gestaltet und ist für 95 € erhältlich.

Vielleicht findet sich ja der eine oder andere Kunstliebhaber, der Interesse an einem ihrer Werke hat. Der Erlös soll in eine neue Kamera fließen, da ihre bisherige leider kaputt gegangen ist. So würde jede Unterstützung nicht nur den Kauf einer neuen Kamera ermöglichen, sondern auch dazu beitragen, dass Diana weiterhin die Natur und ihre schönsten Motive festhalten und künstlerisch umsetzen kann.

Bei Interesse oder Fragen könnt ihr Diana gerne direkt kontaktieren:

📱 WhatsApp: +49 1578 7445474

📘 Facebook: https://www.facebook.com/DianaRochaMonteiro

Vielleicht findet eines ihrer Bilder schon bald einen Platz an eurer Wand. Diana würde sich über euer Interesse sehr freuen.

Der König der Lüfte und die Sache mit den nassen FüßenMajestätisch saß der Seeadler auf einem Ast und beobachtete aufmer...
12/06/2026

Der König der Lüfte und die Sache mit den nassen Füßen

Majestätisch saß der Seeadler auf einem Ast und beobachtete aufmerksam das Geschehen unter sich. Hoch oben im Baum wirkte er wie ein geduldiger Fischer, der auf den richtigen Moment wartet. Mit seinem außergewöhnlich scharfen Sehvermögen konnte er selbst kleinste Bewegungen auf der Wasseroberfläche erkennen. Seeadler besitzen eine Sehkraft, die der des Menschen deutlich überlegen ist und ihnen bei der Jagd einen entscheidenden Vorteil verschafft.

Offenbar hatte der Adler etwas Interessantes entdeckt. Plötzlich änderte sich seine Haltung, der Blick wurde noch konzentrierter und im nächsten Augenblick ließ er sich vom Ast fallen. Mit kräftigen Flügelschlägen nahm er Fahrt auf und steuerte zielgerichtet auf die Wasseroberfläche zu. Die großen Fänge wurden ausgefahren, bereit, einen Fisch aus dem Wasser zu greifen.

Doch die Natur hält sich nicht immer an die Pläne ihrer Bewohner. Der Fisch hatte offenbar andere Vorstellungen vom Tagesablauf oder war schlichtweg schneller als gedacht. Statt einer erfolgreichen Mahlzeit gab es für den Adler lediglich eine kurze Pediküre im kalten Wasser. Mit leeren Fängen, aber frisch gewaschenen Füßen erhob er sich wieder in die Luft.

Solche Fehlschläge sind bei Seeadlern keineswegs ungewöhnlich. Obwohl sie zu den erfolgreichsten Fischjägern Europas zählen, endet längst nicht jeder Angriff mit einem Fang. Die Beute kann ausweichen, tiefer abtauchen oder wurde schlicht falsch eingeschätzt. Gerade diese Momente zeigen, dass auch ein perfekt angepasster Jäger nicht unfehlbar ist.

Für mich war es dennoch ein faszinierendes Schauspiel. Vom aufmerksamen Beobachter auf dem Ast über den entschlossenen Angriff bis hin zum etwas unfreiwilligen Fußbad – die gesamte Szene spielte sich innerhalb weniger Sekunden ab. Zum Glück hatte ich die Kamera bereit und konnte diesen Moment festhalten.

Manchmal schreibt die Natur eben ihre schönsten Geschichten selbst. Und manchmal endet die Rolle des mächtigen Seeadlers nicht als erfolgreicher Jäger, sondern als großer Greifvogel mit überraschend sauberen Füßen. 🦅📸

Der Grünschenkel – elegant unterwegs an der WasserkanteVor einigen Tagen konnte ich diesen Grünschenkel direkt vor der B...
10/06/2026

Der Grünschenkel – elegant unterwegs an der Wasserkante

Vor einigen Tagen konnte ich diesen Grünschenkel direkt vor der Beobachtungshütte im Speicherkoog bei Meldorf beobachten. Gemächlich lief er an der steinigen Wasserkante entlang und suchte aufmerksam nach etwas Essbarem. Dabei bot er eine wunderbare Gelegenheit für einige Aufnahmen.

Der Grünschenkel (Tringa nebularia) gehört zu den Schnepfenvögeln und ist an seinen langen grünlich-grauen Beinen, dem schlanken Körperbau und dem leicht nach oben gebogenen Schnabel gut zu erkennen. Während der Brutzeit lebt er in den Mooren und Feuchtgebieten Skandinaviens und Nordasiens. Bei uns an der Westküste Schleswig-Holsteins ist er vor allem als Durchzügler zu beobachten, wenn er auf seinen langen Reisen zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten Rast macht.

Bei der Nahrungssuche zeigt sich der Grünschenkel erstaunlich vielseitig. Auf seinem Speiseplan stehen Würmer, kleine Krebse, Insekten, Schnecken und gelegentlich sogar kleine Fische. Dabei läuft er oft zügig durch flache Gewässer und sucht mit konzentriertem Blick nach allem, was sich bewegen könnte. Manchmal wirkt es fast so, als hätte er einen wichtigen Termin – dabei geht es meist nur um die nächste Mahlzeit.

Sein lauter, melodischer Ruf ist weit zu hören und macht ihn oft schon bemerkbar, bevor man ihn überhaupt entdeckt. Wer ihn dann beobachtet, erkennt schnell: Der Grünschenkel verbindet die Eleganz eines Watvogels mit der Ausdauer eines Langstreckenreisenden.

Ein schöner Gast unserer Küstenlandschaft und immer wieder ein lohnendes Fotomotiv.

Kleiner Wattenmeer-Star mit eingebautem SäbelHeute möchte ich euch einen der wohl elegantesten Vögel unserer Küsten zeig...
09/06/2026

Kleiner Wattenmeer-Star mit eingebautem Säbel

Heute möchte ich euch einen der wohl elegantesten Vögel unserer Küsten zeigen... den Säbelschnäbler. Auf dem ersten Bild seht ihr ein neugieriges Küken, das direkt auf die Kamera zukam und mich offenbar ganz genau unter die Lupe nehmen wollte. Auf dem zweiten Bild wacht ein Altvogel aufmerksam über einen, der zwei kleinen Entdecker. Denn auch wenn Säbelschnäbler oft sehr elegant wirken, verstehen sie bei ihrem Nachwuchs keinen Spaß.

Der Säbelschnäbler ist unverwechselbar. Sein schwarzweißes Gefieder, die langen blaugrauen Beine und vor allem der charakteristisch nach oben gebogene Schnabel machen ihn zu einem echten Hingucker im Watt. Mit diesem besonderen Werkzeug streicht er seitlich durch flaches Wasser und den weichen Schlick. Dabei spürt er kleine Krebstiere, Würmer und andere wirbellose Tiere auf, die für uns unsichtbar wären.

Die Küken sind sogenannte Nestflüchter. Schon kurz nach dem Schlüpfen verlassen sie das Nest und laufen erstaunlich selbstständig durch ihre Umgebung. Fliegen können sie natürlich noch nicht, dafür besitzen sie aber eine gesunde Portion Neugier. Manchmal kommen sie einem sogar so nahe, dass man sich fragt, wer hier eigentlich wen beobachtet.

Trotz ihrer Selbstständigkeit stehen die Jungen unter dem wachsamen Schutz ihrer Eltern. Säbelschnäbler verteidigen ihren Nachwuchs äußerst engagiert. Potenzielle Feinde werden lautstark gemeldet und notfalls sogar im Sturzflug attackiert. Wer einmal erlebt hat, wie entschlossen diese eleganten Watvögel ihre Küken beschützen, gewinnt schnell großen Respekt vor ihnen.

An den Küsten Schleswig-Holsteins gehören Säbelschnäbler vielerorts zum vertrauten Bild. Dennoch sind sie auf störungsarme Brutgebiete und intakte Salz- und Feuchtwiesen angewiesen. Jeder geschützte Lebensraum hilft dabei, dass auch zukünftige Generationen diesen außergewöhnlichen Vogel beobachten können.

Und das Küken auf dem letzten Foto? Es hatte offenbar beschlossen, dass meine Kamera dringend kontrolliert werden muss. Das Ergebnis war ein neugieriger Blick direkt ins Objektiv, ganz nach dem Motto...: „Schönen guten Tag, haben Sie eine Genehmigung für diese Beobachtung?“ 😊

Akrobat der Marsch – der KiebitzHeute habe ich ein paar Bilder von einem Kiebitz für euch. Für mich gehört er zu den sch...
07/06/2026

Akrobat der Marsch – der Kiebitz

Heute habe ich ein paar Bilder von einem Kiebitz für euch. Für mich gehört er zu den schönsten Wiesenvögeln überhaupt. Besonders beeindruckend ist sein Gefieder, das je nach Lichteinfall in metallischen Grün-, Blau- und Violetttönen schillert. Steht die Sonne günstig, wirkt es fast so, als hätte jemand den Vogel mit glänzendem Lack überzogen.

Ob es sich auf meinen Bildern um ein Männchen oder ein Weibchen handelt, kann ich leider nicht mit Sicherheit sagen. Beim Kiebitz sehen sich beide Geschlechter sehr ähnlich. Männchen besitzen häufig eine etwas längere Federhaube und zeigen während der Balz ein auffälligeres Verhalten, doch auf Fotos lässt sich das oft nur schwer eindeutig bestimmen.

Der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist ein typischer Bewohner offener Wiesen, Weiden und Feuchtgebiete. Früher war er in vielen Regionen ein alltäglicher Anblick, heute gilt er jedoch als stark gefährdet. Entwässerung, intensive Landwirtschaft und der Verlust geeigneter Brutflächen setzen den Beständen seit Jahrzehnten zu.

Wer einmal einen Kiebitz bei der Balz beobachtet hat, vergisst dieses Schauspiel nicht so schnell. Mit spektakulären Flugmanövern, abrupten Richtungswechseln und seinen unverwechselbaren Rufen zeigt er eindrucksvoll, warum er als einer der elegantesten Flugkünstler unserer Wiesenlandschaften gilt. Am Boden wirkt er dagegen oft erstaunlich gelassen und schreitet mit seiner markanten Federhaube würdevoll durch die Landschaft – fast so, als wüsste er genau, wie gut er aussieht.

Umso schöner ist es, wenn man diesen faszinierenden Vogel noch beobachten und fotografieren kann. Jede Begegnung erinnert daran, wie wertvoll unsere verbliebenen Feuchtwiesen und natürlichen Lebensräume sind.

Und seien wir ehrlich: Wenn ein Vogel eine Frisur trägt, die selbst nach stürmischem Nordseewind noch perfekt sitzt, dann ist es wohl der Kiebitz. 😊

06/06/2026

Schönes Schietwetter...

Der Wächter der BaumkronenManchmal reicht ein einziger Blick, und man weiß sofort, wer in diesem Spiel die besseren Kart...
05/06/2026

Der Wächter der Baumkronen

Manchmal reicht ein einziger Blick, und man weiß sofort, wer in diesem Spiel die besseren Karten hat.

Vor Kurzem hatte ich das große Glück, einen jungen Seeadler zu fotografieren. Der mächtige Vogel landete direkt vor mir auf einem Ast in einem Baum. Eigentlich saß ich gut versteckt im Volltarn unter einem Strauch und war überzeugt, nicht entdeckt worden zu sein. Der Adler sah das offenbar etwas anders.

Kaum hatte er Platz genommen, begann er die Umgebung aufmerksam zu mustern. Sein Blick blieb nicht lange auf mir, aber lange genug. Obwohl ich regungslos verharrte, schien ihm irgendetwas seltsam vorzukommen. Er fixierte die Stelle ganz genau, drehte sich schließlich weg und flog kurzerhand in den nächsten Baum. Damit war die perfekte Fotosituation leider schon wieder vorbei.

Doch damit nicht genug. Kaum hatte er seinen neuen Sitzplatz erreicht, ließ er mehrere Rufe hören. Für mich klang das fast wie eine Warnmeldung an alle anderen Adler in der Umgebung. Ob die Botschaft tatsächlich lautete: „Da unten stimmt etwas nicht“, lässt sich natürlich nicht beweisen. Fest steht aber, dass Seeadler ihre Reviere erstaunlich gut kennen und selbst kleinste Veränderungen in ihrer Umgebung wahrnehmen.

Einige andere Adler ließen sich später zwar ebenfalls noch blicken, doch sie waren deutlich vorsichtiger. Sie setzten sich meist so, dass stets Äste und Blätter zwischen uns lagen. Die Bilder davon gibt es ein anderes Mal zu sehen.

Der Seeadler ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 Metern Deutschlands größter Greifvogel. Trotz seiner imposanten Erscheinung verlässt er sich nicht nur auf seine Größe, sondern vor allem auf seine außergewöhnlich scharfen Sinne. Seine Sehkraft übertrifft die des Menschen um ein Vielfaches. Bewegungen oder ungewohnte Strukturen werden oft schon aus großer Entfernung erkannt.

Genau das macht die Naturfotografie dieser beeindruckenden Vögel so spannend. Wer glaubt, dass Tarnkleidung allein genügt, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Adler kennen ihr Revier oft bis ins kleinste Detail und bemerken Dinge, die uns Menschen völlig unauffällig erscheinen. Die Herausforderung, dennoch ungesehen zu bleiben und einen kurzen Moment aus dem Leben dieser faszinierenden Tiere festzuhalten, ist für mich jedes Mal aufs Neue ein besonderes Erlebnis.

Und manchmal gewinnt eben der Adler. Ehrlich gesagt gehört auch das dazu. Genau deshalb macht es so viel Spaß. 🦅📷

Manchmal schreibt die Natur ihre eigenen, harten GeschichtenHeute möchte ich euch einige Bilder eines Stelzenläuferpaare...
04/06/2026

Manchmal schreibt die Natur ihre eigenen, harten Geschichten

Heute möchte ich euch einige Bilder eines Stelzenläuferpaares zeigen. Die Aufnahmen sind am Dienstag im Wöhrdener Loch entstanden. Noch am Montagabend hatte mich der Gebietsbetreuer darüber informiert, dass die beiden stolz ihr Küken führten. Es schien ein kleiner Erfolg in einer Landschaft zu sein, in der erfolgreiche Bruten längst keine Selbstverständlichkeit mehr sind.

Doch bereits in der Nacht zum Dienstag änderte sich alles. Das Küken und offenbar auch der Rest der Brut gingen verloren. Was genau passiert ist, lässt sich oft nicht mit Sicherheit sagen. Für Bodenbrüter an der Westküste Schleswig-Holsteins gehören jedoch zahlreiche Gefahren zum Alltag. Prädatoren wie Fuchs, Marderhund oder Krähen nutzen jede Gelegenheit. Hinzu kommen Wetterereignisse, Störungen und die Tatsache, dass die Nester und Jungvögel am Boden besonders verwundbar sind.

Der Stelzenläufer gehört zu den elegantesten Watvögeln Europas. Mit seinen auffallend langen roten Beinen wirkt er beinahe so, als hätte jemand einen Vogel auf Stelzen gestellt. Seine Küken sind Nestflüchter. Schon kurz nach dem Schlupf verlassen sie das Nest und suchen selbstständig Nahrung. Gleichzeitig sind sie dadurch vielen Gefahren ausgesetzt und die ersten Lebenstage entscheiden oft über ihr weiteres Schicksal.

Wenn man die beiden Altvögel auf meinen Bildern betrachtet, könnte man meinen, sie würden sich nun erst einmal eine Pause gönnen. Natürlich empfinden Vögel Erschöpfung und Verlust nicht so wie wir Menschen. Dennoch investieren sie enorme Energie in Balz, Revierverteidigung, Brut und Jungenaufzucht. Geht eine Brut verloren, bedeutet das für die Eltern vor allem eines: Der gesamte Aufwand war vergebens.

So traurig solche Nachrichten auch sind, sie gehören zur Realität in unseren Küstenlebensräumen. Jede erfolgreiche Brut ist daher ein kleiner Sieg. Und manchmal erinnert uns die Natur daran, wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg sein kann.

Ich hoffe, dass die beiden im nächsten Anlauf mehr Glück haben werden. Verdient hätten sie es auf jeden Fall.

Der Vogel mit den 100 Stimmen im KopfHeute habe ich ein paar Bilder von einem Sumpfrohrsänger für euch. Genauer gesagt v...
03/06/2026

Der Vogel mit den 100 Stimmen im Kopf

Heute habe ich ein paar Bilder von einem Sumpfrohrsänger für euch. Genauer gesagt von einem äußerst motivierten Männchen, das unermüdlich auf seinem Singplatz saß und sein musikalisches Können zum Besten gab. Ob er dabei bereits eine Dame beeindrucken konnte, bleibt sein kleines Geheimnis. Mühe gegeben hat er sich jedenfalls reichlich.

Der Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) gehört zu den beeindruckendsten Sängern unserer heimischen Vogelwelt. Auf den ersten Blick wirkt er eher unscheinbar. Braun, klein und zwischen Schilf, Brennnesseln oder Weidengebüsch oft hervorragend getarnt. Sobald er jedoch den Schnabel öffnet, wird schnell klar, dass hier ein echter Ausnahmekünstler am Werk ist.

Berühmt ist der Sumpfrohrsänger für seine Fähigkeit, die Stimmen anderer Vogelarten nachzuahmen. In seinem Gesang können sich Dutzende verschiedene Arten verstecken. Manche Forscher haben bei einzelnen Männchen sogar weit über 100 unterschiedliche Vogelstimmen nachgewiesen. Viele dieser Laute lernt er auf seinem langen Zugweg oder in den afrikanischen Überwinterungsgebieten. Man könnte also sagen, dass er jedes Frühjahr mit einem frisch aktualisierten internationalen Hitmix nach Deutschland zurückkehrt.

Besonders während der Brutzeit geben die Männchen alles. Oft singen sie stundenlang, manchmal sogar nachts. Der Gesang dient dazu, ein Revier zu markieren und natürlich die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu ziehen. Wer am abwechslungsreichsten singt, hat dabei oft die besseren Karten.

Während ich diese Aufnahmen machen konnte, war das kleine Gesangswunder ununterbrochen beschäftigt. Mal wurde lautstark geträllert, mal scheinbar die nächste Melodie überlegt und dann sofort wieder ein neues Konzert gestartet. Für Fotografen ist das eine spannende Angelegenheit, denn zwischen den Gesangseinlagen entstehen oft besonders ausdrucksstarke Bilder.

Ich hoffe, euch gefallen die vier Aufnahmen dieses außergewöhnlichen Sängers. Auch wenn er optisch vielleicht nicht der bunteste Vogel unserer Landschaft ist, gehört er ohne Zweifel zu den größten musikalischen Talenten, die unsere heimische Vogelwelt zu bieten hat. 🎶🐦📸

Irrgast auf Abwegen: Wenn der Bläuling zum Taxi wirdHeute möchte ich euch ein paar Aufnahmen von Hauhechel-Bläulingen ze...
01/06/2026

Irrgast auf Abwegen: Wenn der Bläuling zum Taxi wird

Heute möchte ich euch ein paar Aufnahmen von Hauhechel-Bläulingen zeigen. Genauer gesagt von einem Männchen, einem Weibchen und möglicherweise sogar einem echten Exoten der besonderen Art.

Auf den ersten Blick sehen sich Männchen und Weibchen recht ähnlich. Schaut man genauer hin, werden die Unterschiede jedoch deutlich. Das Männchen besitzt auf der Oberseite der Flügel die typische leuchtend blaue Färbung, die durch spezielle Schuppenstrukturen entsteht. Das Weibchen ist meist deutlich dunkler gefärbt und zeigt oft einen breiten braunen Randbereich sowie orangefarbene Flecken am Flügelrand. Die Unterseiten beider Geschlechter sind dagegen recht ähnlich und dienen vor allem der Tarnung.

Besonders spannend ist allerdings ein weiteres Individuum, das ich fotografieren konnte. Es zeigt Merkmale beider Geschlechter und wirkt auf den ersten Blick fast wie ein Zwitter. Ob es sich tatsächlich um einen sogenannten Gynandromorphen handelt, lässt sich anhand von Fotos allein meist nicht mit letzter Sicherheit bestimmen. Bei solchen äußerst seltenen Tieren treten männliche und weibliche Merkmale gleichzeitig auf, teilweise sogar spiegelbildlich auf den beiden Körperseiten verteilt. Sollte dieser Eindruck zutreffen, wäre das ein außergewöhnlicher Fund, denn gynandromorphe Schmetterlinge werden nur sehr selten beobachtet.

Doch diese Bläulinge haben noch etwas ganz Besonderes an sich. Bei genauer Betrachtung erkennt man zahlreiche kleine Larven, die sich an ihren Körpern festgeklammert haben. Dabei handelt es sich um die sogenannten Triungulinen des Ölkäfers. Diese frisch geschlüpften Larven verfolgen eine bemerkenswerte Strategie. Sie klettern auf Blüten und warten dort auf ein vorbeikommendes Insekt, das sie als Transportmittel nutzen können.

Eigentlich haben es die Larven auf bestimmte bodennistende Wildbienen abgesehen. Sobald eine geeignete Wildbiene eine Blüte besucht, klammern sich die Larven an ihr fest und lassen sich direkt in deren Nest transportieren. Dort ernähren sie sich zunächst von einem Bienenei und anschließend von den eingelagerten Pollen- und Nektarvorräten. Nur auf diese Weise können sie ihre Entwicklung erfolgreich fortsetzen.

Allerdings passieren den winzigen Larven immer wieder Fehler. Manchmal landen sie auf einem Schmetterling wie dem Hauhechel-Bläuling. Für den Falter bedeutet das zusätzliche Last und vermutlich eine gewisse Beeinträchtigung beim Fliegen. Für die Larven endet diese Verwechslung jedoch meist tödlich, da Schmetterlinge keine Nester anlegen und ihnen somit der Zugang zu Nahrung und einem geeigneten Entwicklungsort verwehrt bleibt.

Doch auch andere Irrtümer kommen vor. Gelegentlich klammern sich die Larven an eine Hummel oder sogar an eine Honigbiene. Obwohl diese ebenfalls zu den Bienen gehören, führt auch diese Mitfahrgelegenheit meist nicht zum gewünschten Ziel. Die Larven der meisten heimischen Ölkäferarten sind auf die Nester bestimmter solitär lebender Wildbienen spezialisiert. In den Staaten von Hummeln und Honigbienen finden sie daher nicht die Bedingungen vor, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Auch hier endet die Reise in der Regel erfolglos.

Ein wenig beruhigend ist dabei die Erkenntnis, dass solche Beobachtungen oft ein gutes Zeichen für die Natur sind. Für mich ist es immer wieder faszinierend: Dort, wo Ölkäfer vorkommen, gibt es meist auch noch ausreichend Wildbienen. Da viele Ölkäferarten zwingend auf Wildbienennester angewiesen sind, deutet ihr Auftreten häufig auf einen noch funktionierenden Lebensraum mit einer vielfältigen Wildbienenfauna hin.

So zeigen diese kleinen Bläulinge heute nicht nur ihre Schönheit, sondern erzählen ganz nebenbei auch eine spannende Geschichte über Irrtümer, Mitfahrgelegenheiten und die erstaunlich komplizierten Lebenswege unserer heimischen Insektenwelt. Und vielleicht war sogar ein äußerst seltener Schmetterling dabei, der sich nicht so recht entscheiden wollte, ob er nun Männchen oder Weibchen sein möchte. 🦋🐝🪲

Mehr zu dem Thema gibt es hier: https://www.ardmediathek.de/video/mdr-garten/schwarzblauer-oelkaefer-kaefer-des-jahres-2020/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy8zODgxNWQ3NS1lYTgwLTQxNmQtODE0My1lMDQzMGRkYzFkZWQ

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