05/12/2018
-teuflisch-
früh morgens, bei frostigen -7 Grad, ging es letzte Woche vom Westharz in den Ostharz, in die Nähe von Thale an die sagenhafte Teufelsmauer.
Leider ist mir über Nacht eines der drei Stativbeine eingefroren, da ich den Tag vorher damit im Wasser stand. Das bemerkte ich dann erst vor Ort, als ich eine schöne Perspektive suchte. Dieses war, so eingeschränkt, etwas schwierig.
Die ungewöhnliche Gestalt der Teufelsmauer liefert reichlich Stoff für die verschiedensten Sagen. Die wohl bekannteste ist die vom Teufel und dem Hahn. Demnach begehrte der Teufel, nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, einen Teil davon. Es sollte der Harz, des Teufels liebstes Gebirge sein. Nach langem Hin und Her willigte Gott ein, das Gebiet aufzuteilen – aber nur, wenn der Teufel bis zum ersten Hahnkrähen am nächsten Morgen eine Grenzmauer zwischen den beiden Herrschaftsgebieten errichtet hatte.
So fing der Teufel an, die Mauer zu bauen. Doch als nur noch der letzte Stein fehlte, stolperte im Morgengrauen eine Frau auf dem Weg zum Markt über einen Stein der bereits fast fertigen Mauer. Daraufhin fing der Hahn, den die Frau dabei hatte, um ihn auf dem Markt zu verkaufen, laut an zu krähen. Das bedeutete das Aus für die Besitzansprüche des Teufels. Verärgert über die umsonst getane Arbeit zerstörte er daraufhin sein ganzes bisheriges Werk mit einem Schlag. Die Bruchstücke der Mauer wurden seitdem die Teufelsmauer genannt.