07/10/2026
Ich wünschte, ich könnte euch bei der Bildauswahl für dreißig Sekunden die Augen eurer Kinder leihen.
Denn während ihr vielleicht eine Strähne seht, die falsch liegt, ein Lachen, das euch zu laut vorkommt, oder irgendeine Stelle an euch, die an diesem Tag bitte anders hätte aussehen dürfen, sehen eure Kinder etwas völlig anderes.
Sie sehen, wie ihr sie anschaut. Wie sicher sie in euren Armen waren. Wie selbstverständlich sie sich an euch lehnen konnten. Wie klein ihre Hände einmal in euren aussahen.
Und wahrscheinlich sehen sie später sogar all die Dinge, die ihr heute noch gar nicht erkennen könnt: wie jung und verdammt hübsch ihr wart, wie vertraut ihr miteinander umgegangen seid und wie sich ihr Zuhause angefühlt hat.
Deshalb bin ich bei Familienshootings angenehm hartnäckig. Haare nicht perfekt? Egal. Kleid verrutscht? Richte ich. Kind klebt? Völlig normal. Irgendjemand schaut garantiert kurz in die falsche Richtung? Gehört offensichtlich zum Familienkonzept.
Natürlich möchte ich, dass ihr euch auf euren Bildern schön findet. Sehr sogar. Aber ich möchte auch, dass ihr euch nicht aus einer Erinnerung aussortiert, nur weil ihr gerade strenger mit euch seid, als es jeder andere Mensch jemals wäre.
Denn in ein paar Jahren wird niemand dieses Bild ansehen und nach kleinen vermeintlichen Makeln suchen.
Eure Kinder werden einfach nur sehen:
Da bist du.
Mitten in ihrem Leben.
Ziemlich genau so, wie sie dich lieben. 🤍