28/01/2026
Vielen Dank, liebe DP (Deutsche Post)
In meinen schönsten Erinnerungen steht die oben erwähnte Deutsche Post für Präzision und Zuverlässigkeit – ganz gleich, ob es sich um nationale oder internationale Sendungen handelte. Nun ja … sagen wir: Ab jetzt stimmt dieses Bild nicht mehr ganz.
Seit etwa vierzehn Jahren hatte ich mir fest vorgenommen, eines Tages das Stift Melk in Österreich zu besuchen. Mindestens zweimal im Jahr raste ich auf der österreichischen Autobahn daran vorbei – mal bei Tageslicht, mal abends – und jedes mal bewunderte ich das prachtvoll illuminierte Kloster, das weithin sichtbar und von beeindruckender Schönheit ist. Ein monumentales Bauwerk, dem man sich kaum entziehen kann, selbst aus dem Auto heraus.
Seit sieben Jahren planten meine kleine Frau und ich außerdem, ihre Cousine Agnes zu besuchen, die mit ihrem Mann Cornel ganz in der Nähe des Stiftes lebt. Doch wie so oft kam das Leben dazwischen: Bei jeder Heimreise nach Ungarn warteten wir an sieben bis acht verschiedenen Orten auf Familie und Freunde. Zwei Wochen Urlaub reichten nie aus, um allen gerecht zu werden, zumal unsere Angehörigen an den entlegensten Ecken des Landes leben.
Für Weihnachten 2025 gelang es uns endlich, fast drei Wochen Urlaub zu nehmen. So konnten wir den Besuch bei der Melker Verwandtschaft für Januar 2026 einplanen. Bei unserer Ankunft wurden wir mit strahlendem Sonnenschein empfangen. Aus dem geplanten einen Tag wurden zwei. Meine Frau und Agnes sahen sich nach zwanzig Jahren endlich wieder – ein wahres Freudenfest. Auch wir Männer, Cornel und ich, verstanden uns auf Anhieb, fanden schnell gemeinsame Themen. Meine Kamera kam zum Einsatz, und endlich konnte ich das Stift aus nächster Nähe fotografieren. Noch ahnte keiner von uns, wie viele Unannehmlichkeiten mir genau diese Fotos bescheren würden.
Die zwei Tage vergingen wie im Flug, und schon befanden wir uns wieder auf dem Weg nach Deutschland. Erst beim Auspacken fiel mir auf, dass ein Teil meines Arbeitswerkzeugs fehlte: ein hochwertiges, nicht gerade günstiges Fotostativ – zurückgelassen in Melk.
Am nächsten Tag meldete sich Cornel: Das Stativ war noch da. Was tun? Da ich am kommenden Wochenende bereits Aufträge hatte, wollte ich eigentlich sofort zurückfahren. Doch meine Frau und Cornel überredeten mich: Die Post würde das Stativ in wenigen Tagen zustellen.
Am 7. Januar wurde das Paket aufgegeben. Ich verschob meine Termine, organisierte Ersatz – und wartete auf den Postboten. Er kam nicht. Weder in der nächsten Woche noch in der darauffolgenden. Meine Unruhe wuchs, denn niemand kauft gern für 400 Euro ein neues Stativ. Die Aufträge erledigte ich notgedrungen mit einem geliehenen – für Interior-Fotografie alles andere als ideal.
Beim ersten Anruf beim Kundenservice verwies man auf eine „lagerinterne Verzögerung“ und versicherte mir, spätestens am Wochenende würde das Paket eintreffen. Tat es nicht. Nebenbei bemerkt: Zwischen Österreich und Deutschland gilt eine Zustellfrist von fünf Tagen. Diese war längst überschritten. Insgesamt viermal erkundigte ich mich nach dem „Gesundheitszustand“ der Deutschen Post und wünschte sie innerlich an verschiedene Orte, da mir niemand einen plausiblen Grund für die Verzögerung nennen konnte. Allein die automatisierte Computerstimme ließ mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken laufen – es war reine Folter, einen echten Menschen zu erreichen.
Gestern, am 27. Januar, erhielt ich schließlich die wunderbare Information, dass das Paket mitsamt Stativ nach Österreich zurückgeschickt worden sei. Ich bereitete Agnes bereits auf die nächste Runde vor und plante ernsthaft, mich ins Auto zu setzen und über 1.000 Kilometer zu fahren, um ein Stativ abzuholen, das bereits in Deutschland gewesen war.
Zum Glück kam alles anders. Offenbar war Sand ins Getriebe der berühmten deutschen Präzision geraten – oder die linke Hand wusste nicht, was die rechte tat. Denn die Information entsprach nicht der Realität.
Zu meiner allergrößten Freude wurde heute, am 28. Januar 2026, das bereits abgeschriebene Paket doch noch an unsere deutsche Adresse geliefert – unversehrt, inklusive Stativ. Zwar mit der vierfachen Lieferzeit, aber immerhin heil angekommen.
Mein aufrichtiger Dank gilt all jenen Freunden und Bekannten, die geholfen haben, bei der Deutschen Post Einfluss zu nehmen, damit das Paket nicht nach Österreich, sondern tatsächlich an die angegebene deutsche Adresse zugestellt wurde.
Mit Dank
Laszlo