17/12/2025
Fingernägel. Diese winzigen, scharfen Dinger an diesen viel zu kleinen Händen.
Ich weiß noch genau, wie das bei unserem ersten Baby war, als wir aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen sind. Im Hinterkopf lief ständig dieselbe Leier:
Du darfst einem Neugeborenen auf keinen Fall die Fingernägel schneiden.
Ich frage mich bis heute, ob irgendwo heimlich ganze Finger mit abgeschnitten wurden oder warum sich dieses Verbot so eingebrannt hat.
Jedenfalls hatte ich die ganze Zeit diese Mini-Fitzel vor Augen. Du kennst das bestimmt: diese ganz feinen Haut- und Nagelreste, die da so halb abstehen. Das Baby zerkratzt sich das halbe Gesicht, Eltern ziehen Socken über die Hände, die sowieso nicht halten, oder diese komischen Handschuhe, bei denen ich jedes Mal dachte: Das kann doch nicht ernsthaft die Lösung sein.
Und gleichzeitig diese Stimme im Kopf:
Nein, dem Baby darf man die Fingernägel nicht schneiden.
Ich war irgendwann so genervt davon.
Ich hab gewartet, bis sie wirklich tief geschlafen hat. Ihr kennt das bestimmt, wenn die Augen so ganz leicht flimmern, der Körper ganz schwer wird und man merkt: Ok, jetzt ist sie weg.
Dann bin ich mit einer ganz kleinen Babyschere gekommen, durch die Gitterstäbe vom Bett, und habe wenigstens vorne diese spitzen Fitzel vorsichtig abgeschnitten. Nur so viel, dass sie sich nicht dauernd das Gesicht aufkratzt.
Damit sind wir echt gut gefahren.
Es war mein Kompromiss zwischen „Ich will ihr nicht wehtun“ und „Ich kann mir ihr verkratztes Gesicht nicht mehr anschauen“.
Und jetzt bin ich neugierig:
Wie habt ihr das gemacht?
Habt ihr geschnitten, gefeilt, einfach abgewartet oder auch so wild improvisiert wie ich?
Erzähl mir deine Fingernagel-Geschichte, ich wette, wir könnten damit ein eigenes Buch füllen. ✂️🫣