11/06/2026
Neue Sonderausstellung im Deutschen Dampflokomotiv
Museum: „Eine kurze Blüte in den 1950er Jahren – Die Fleischmann
Spur 0 Eisenbahn“
Die 1950er Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging es mit dem Wirtschaftswunder aufwärts. Man konnte das Leben wieder genießen.
Auf der Frankfurter Herbstmesse 1949 stellte die Firma Gebr. Fleischmann eine neuartige Spur-0-Eisenbahn vor. Anders als bisher in Spur 0 setze man als erste auf ein Zweileiter-
Gleichstrom-System auf Metallschienen mit schwarzem Pappschwellen-Unterbau. Die Schienen glichen damit optisch eher dem Original wie die bisherigen Blechschienen.
Außerdem war sie so konstruiert, dass sie trotz der großen Spurweite auf einem Küchentisch Platz finden konnte.
Die Firma Fleischmann war ein alteingesessener Spielzeugproduzent. Der Modelleur und Graveur Jean Fleischmann gründete 1887 in Nürnberg eine Gravieranstalt für
kunsthandwerkliche Gegenstände. Die Spielzeugproduktion begann 1898. Die Fabrikation umfasste vor allem Spielsachen wie Schiffe, Schwimm- und Lauftiere sowie Springbrunnen.
Bereits 1938/39 begann Fleischmann mit der Entwicklung einer Eisenbahn in Spurweite 0. Doch der Zweite Weltkrieg verhinderte eine Umsetzung. Erst nach dem Krieg stieg man dann mit der vollkommen neu konstruierten Bahn in den Markt der Spielzeugeisenbahnen ein. Und das mit der in dieser Zeit eigentlich schon auslaufenden Spurweite 0 im Maßstab 1:45. Andere Hersteller waren schon vor dem Krieg in die kleinere
Spurweite H0 mit dem Maßstab 1:87 eingestiegen.
Nachdem auch die Firma Gebr. Fleischmann 1952 ihre H0-Bahn vorgestellt hatte, lief diese der Spur 0 schnell den Rang ab. Ab etwa 1955 gab es keine Neuentwicklungen in Spur 0 mehr und
der Vertrieb wurde 1959 eingestellt. Die Firma konzentrierte sich fortan auf die Modellbahnen in Nenngröße H0. 1969 kam dann mit
Fleischmann Piccolo die Spur N (Maßstab 1:160) hinzu. Nach der Übernahme der Firma durch die Modelleisenbahn Holding 2008 produziert man seit 2019 unter der Marke Fleischmann
heute nur noch das Spur N Sortiment.
In der Ausstellung wird gezeigt, welche Besonderheiten dies Bahn hatte und was an fahrbarem Material und Zubehör dafür angeboten wurde. Außerdem kann man eine kleine Zeitreise in die
1950er Jahre unternehmen.