17/09/2026
Ich kann die Sonne auf meiner Haut spüren
Und gegen einen ohrenbetäubenden Sturm ankämpfen
Ich kann lachen
Und tief traurig sein
Ich kann dankbar sein
Und die ganze Welt verfluchen
Ich kann Leichtigkeit spüren
Und ein Gewicht tragen, das mich in die Knie zwingt
Ich kann überschäumen vor Kreativität
Und umgeben von Leere sein
Ich kann die Welt in den buntesten Farben sehen
Und der Dunkelheit in mir eine Heimat geben
Ich kann voller Tatendrang sein
Und keinen Schritt vor den anderen bekommen
Ich kann Pläne schmieden
Und Angst vor Morgen haben
Ich kann im Heute sein
Und im Gestern verweilen
Ich kann den Tatsachen ins Auge sehen
Und mich in mein Traumwelt flüchten
Ich kann ganz bei mir sein
Und nie wieder zu mir finden
Ich fühle mich vollständig
Und es fehlt ein Teil von mir
Meinem Herzen geht es gut
Und es ist gebrochen
Die Welt dreht sich
Und ich stehe still
Ich habe die Wellen im Griff
Und sie reißen mich mit
Ich schwimme
Und gehe unter
Ich bin stark wie ein Bär
Und verletzlich wie ein Mäuschen
Ich kann mich wiederfinden
Und nie mehr dieselbe sein
Ich komme ohne dich zurecht
Und weiß nicht, wie ich ohne dich weiter machen soll
Ich habe verstanden, wieso du gehen musstest
Und akzeptiere nicht, dass du gehen musstest
Ich bin glücklich über dieses Leben
Und kann es kaum erwarten, dich irgendwann wiederzusehen
Ich kann bei Luke, Patch, Ori und Nela sein
Und dort sein, wo Emmy und Nico sind
Ich kann im Hier und Jetzt sein
Und ganz woanders
Ich kann umgeben von Menschen sein
Und ganz allein
Es geht mir gut
Und meine Lippen zittern, während ich dir das sage
Seit zwei Jahren lebe ich in zwei Welten.
Jeden Tag. In jedem Moment.
Diesen Zwiespalt versteht niemand, der nicht selbst einen Verlust erleben und der Trauer einen festen Platz in seinem Leben einräumen musste.
Also ja, ich verstehe dich…
Ich weiß um deine Traurigkeit, weiß, dass du die Welt verfluchst, weiß, dass dich dieses gewaltige Gewicht in die Knie zwingt, du umgeben von Leere bist, der Dunkelheit in dir Heimat gibst, keinen Schritt vor den anderen bekommst, du Angst vor Morgen hast, im Gestern verweilst, in deine Traumwelt flüchtest, nie wieder zu dir findest, dein Herz gebrochen ist, du still stehst, du dich nie mehr wie du selbst fühlst, die Wellen dich mitreißen, du untergehst, verletzlich wie ein Mäuschen bist, nicht weißt, wie du weitermachen sollst, nicht akzeptieren kannst, dass er gehen musste, es kaum erwarten kannst, ihn wiederzusehen, in seiner Welt lebst, du ganz woanders bist, ganz allein bist und deine Lippen zittern, während du mir sagst: „Es geht mir gut!“.
Es geht dir auch gut
Und es geht dir nicht gut
Das alles findet einzeln für sich statt
Und gleichzeitig
Das alles scheint im Zwiespalt und im Gegensatz zu stehen
Und gehört zusammen
Das alles fühlt sich falsch an
Und ist richtig und wahr
Das ist Trauer
Und Liebe
Im selben Moment
Und Untrennbar
Ich habe noch nicht ganz herausgefunden, wie ich es schaffe, beides gleichermaßen zuzulassen und beidem gleichermaßen Raum zu geben.
Was mir aber geholfen hat ist, es mir bewusst zu machen.
Diese Bilder von mir habe ich nicht für Social Media gemacht.
Ich habe sie heute für mich gemacht. Um mir selbst zu zeigen, dass diese beiden Welten für mich existieren und dass das okay ist. Ich muss einfach nur noch meinen Weg finden...
Und ich teile sie mit dir um dir zu zeigen, dass du nicht alleine bist.
In diesem Zwiespalt, diesem Gegensatz, diesem Gefühl, dass das doch alles falsch ist.
Es ist richtig.
Es ist wahr.
Es ist Trauer
Und Liebe