14/05/2022
Preiserhöhung bei gedruckten Büchern
Die aktuellen Kostensteigerungen in allen Bereichen des täglichen Lebens gehen auch an Verlagen nicht spurlos vorüber. Der Einkaufspreis für den Rohstoff Papier, wenn überhaupt welches erhältlich ist, hat sich in den vergangenen 24 Monaten verdoppelt. Explodierende Energiepreise haben die Kosten für Druckarbeiten um mehr als die Hälfte verteuert. Dazu kommen höhere Aufwendungen für Logistik und Lagerung. Papier ist ein empfindliches Gut. Alles in allem ist der Einkaufspreis für ein Buch um 60% gestiegen. Der GWP Verlag möchte nicht die gesamte Teuerungsrate an die Leserschaft weitergeben, die Anpassung der Ladenverkaufspreise wird sich allerdings im deutlichen Eurobereich bewegen. Dies wird kurz- bis mittelfristig für alle Verlage gelten, denn als preisbestimmende Branche haben wir nicht nur Verantwortung für unsere Unternehmen, sondern auch für Autoren, Zwischen- und Einzelhändler, die ebenfalls von den Margen leben müssen. Um die Leserschaft nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, haben wir nachfolgend Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Wie wird sich die Preiserhöhung gestalten?
Bereits gedruckte und lagernde Auflagen behalten Ihren Verkaufspreis. Damit wirkt sich die Erhöhung 2022 zunächst nicht eklatant aus. Betroffen sind Neuerscheinungen und Folgeauflagen. Die Teuerung wird voraussichtlich 20-25% betragen. Damit kostet ein Taschenbuch, das seither für 18,90 € über die Ladentheke ging, in Zukunft 22,90 €.
Gibt es eine Alternative?
Im Falle des GWP Verlages gibt es diese tatsächlich. Wir könnten die Produktion ins Ausland verlagern und damit einen großen Teil der Preiserhöhung kompensieren. Allerdings ist dies nicht unsere Philosophie. Die Produkte sollen auch Kunden finden. Daher gilt es Arbeitsplätze zu erhalten und Kapital regional zu investieren. Wir stellen auch weiterhin zu 100% in Baden-Württemberg her!
Was ist mit Autoren und Händlern?
Autoren erhalten eine Tantieme auf verkaufte Bücher. Diese orientiert sich am Verlagsabgabepreis und ist daher nichts anderes als die prozentuale Marge bei Zwischen- und Einzelhändlern. Alle leiden unter den gestiegenen Kosten, besonders Einzelhändler mit ladengestützter Infrastruktur und Zwischenhändler mit hohem Lager- und Logistikaufkommen. In Deutschland wird der Ladenverkaufspreis für Bücher vom ausgebenden Verlag bestimmt. Für diesen besteht eine gesetzliche Einhaltungspflicht, das Buchpreisbindungsgesetz. D.h. erhöht der Verlag die Preise nicht, bleiben die Einkünfte der Beteiligten gleich, bis diese schließlich von Inflation und Betriebskostensteigerung aufgefressen sind. Den Verlagen obliegt damit eine besondere Verantwortung zur Erhaltung der Wirtschaftlichkeit für den gesamten Literaturbereich. Der GWP Verlag wird Autoren und Handel berücksichtigen, damit auch ihre Spannen sich in einem ehrlichen Verhältnis von Kaufkraftgewinn zu Teuerungsrate erhöhen.
Sind E-Books eine Lösung?
Der GWP Verlag wird in naher Zukunft ein um das andere Buch zusätzlich in elektronischen Versionen anbieten. Ein reines E-Book Angebot zerstört jedoch langfristig die Strukturen des ladengestützten Buchhandels. Daher werden unsere E-Books nur in Kombination mit gedruckten Ausgaben erhältlich sein, die auf der gewohnten physischen Auslieferung basieren. Dies sichert ein gesundes Handelssystem, von dem letztlich alle profitieren. Die Leserschaft erhält im Gegenzug ein höherwertiges Produkt für geringen Aufpreis.
Wie ist die Tendenz?
Bewegt sich die Teuerungsrate für die Branche weiter im Bereich der vergangenen 24 Monate, wird das Kulturgut Buch in wenigen Jahren ganz klar ein Luxusartikel sein. Damit ist knapp 600 Jahre nachdem Johannes Gutenberg den maschinellen Buchdruck im Warmsatz erfand, der Rückschritt erreicht. Die Politik der Bundesrepublik Deutschland hält es für möglich, sich das nach der Volksrepublik China weltweit zweitgrößte Parlament leisten zu können. Für Literatur und Bildung sind offensichtlich keine Mittel mehr übrig. Wir retten die Welt und versinken in der Dekadenz. Der GWP Verlag druckt auch weiterhin auf Papier. Die Lieferzeiten können sich durch die derzeit schwierige Rohstoffbeschaffung und Kalkulation jedoch verlängern bzw. teilweise ausfallen. Wir informieren weiterhin tagesaktuell über Lieferbarkeiten.