05/02/2026
18:30 Uhr, ich setze mich auf das rote Sofa in der Poolstrasse, neben mir Skizzenbuch, Encyclopedia, Stoffproben, rundherum die Gäste, die sich in der Eiseskälte rausgewagt haben, und was passiert: Ich bin aufregt, fühle wie die Hitze in mein Gesicht steigt. Wo beginnen, es gilt, die diffusen Anfänge zu sortieren, munter geht es hin-und-her. Was ist Zeitgeist, was ist Trend? Was liegt in der “Luft”?
Bei meiner Suche stolperte ich über einen alten Entwurf zu der Eisbären-Kollektion, 2017. Vielleicht sollte ich dort ansetzen, es Astrid, der verstorbenen Weggefährtin, widmen und ihrer Begeisterung für die Nordlandreisen. Aber woher kam das Motiv nur? Ich stöbere online und lande ich bei der Encyclopedia, wie schon in früheren Blogbeiträgen beschrieben.
Schnell sind die 18 Bände Meyer’s Konversationslexikon von 1895 antiquarisch erstanden, Stoffmesse in Paris, Trendfarben und Recherchen in alle Richtungen. Anna Wintour (Vogue) und Imrad Amed (Business of Fashion) haben es immer wieder erwähnt: Breit aufgestellt sein, den Trichter öffnen, unbeirrbar seinen Ideen folgen. Instinktartig, assoziativ, kompromisslos.
Warum die Äpfel und die Pilze, warum transparente Materialien? Es erschließt sich erst in der Rückschau mit einem Schmunzeln, da auch Chanel das “Jahr der Pilze” ausgerufen hat mit seiner Schau vor einer Woche. Nur die Akzente sind unterschiedlich gesetzt, dort führt es in eine Märchenwelt, bei mir zu dem Wesen der Dinge. Es geht um die Befragung von Zuständen, um Wissen, um Achtsamkeit. Wir reden ausführlich über die “Subskription”. Was es genau bedeutet, will der Banker unter uns wissen. Ist es ein Darlehen? Nein es ist eine Vorabzahlung auf den Einkauf, erfunden von dem Verleger der ersten Encyclopédie im 18. Jahrhundert. Darüber hat sich eine Gruppe formiert, die mich inspiriert und die in die Entstehungsprozesse mit eingebunden ist. Mode wird persönlich. Mode erhält eine Relevanz und Sinnhaftigkeit. (…)