Kleine baufällige Stellen, die oft zu einem gewissen Charakter in einem Stadtteil beitragen oder manchmal ihn auch bilden. Viele kennen diese Stellen aus Erzählungen, sie wissen wo sie liegen, wie sie aussehen und manchmal sind auch ein paar losgelöste Fakten bekannt. Leider wird oft vergessen, welche herausragende Funktion und/oder welche Potentiale in ihrer Geschichte verankert liegen. Wir alle
laufen an diesen Stellen vorbei, ohne sich mit ihnen zu beschäftigen und strafen sie mit Missachtung. Keine Nutzung und kein Interesse bedeuten meist auch keine Pflege und keine Investition. Somit sind diese Güter dem Verfall frei ausgeliefert und verlieren nach und nach ihren Charme und Charakter. Doch sind diese Orte oft mehr als nur alte Brachen und Ruinen, sie ermöglichen uns einen Einblick, über vergangene Zeiten, Kulturtechniken aber auch über längst vergangene Traum- und Gedankenwelten. Wir alle kennen aber auch das Gefühl, einen Platz zu verlassen. Oft Wehmütig schauen wir in die Vergangenheit und übersehen auch gern manch negative Erinnerung. Laut einem französischen Sprichwort heißt es, „Partir, c'est mourir un peu.“ (Abschied ist (immer) ein bisschen wie Sterben.) Und irgendwie „sterben“ wir in der jetzigen Zeit „sehr viel“. Wir sind immer flexibler, ziehen von Ort zu Ort und sehen diese, lediglich als Zwischenstationen an. Die direkte Auseinandersetzung bleibt leider zu oft außen vor und lediglich in manch ruhigen Moment, wird uns ein Abschied oder das Verlassen bewusst. Weniger die sozialkritische Dimension, mehr die Sensibilisierung dieses „kleinen Todes“ gab den Anlass für das Projekt „LIGHTkultur“.