16/06/2026
Eigentlich sollte es doch anders sein.
Du hast bereits Stunden reduziert.
Du bist weniger im Beruf.
Mehr bei den Kindern.
Weniger Stress.
Mehr Luft.
Zumindest in der Theorie.
Die Realität sieht oft anders aus.
Denn während du versuchst zu arbeiten, kreisen deine Gedanken um ganz andere Dinge.
Die Kinder müssten eigentlich mal wieder ihre Kleidung anprobieren.
Das Hochwasser an der Hose ist nicht mehr zu ignorieren.
Der U-Termin ist längst fällig.
Die zwei Euro für den Ausflug müssen noch überwiesen werden.
Und nebenbei überlegst du, wie du deinem Kind erklären kannst, dass das kleine d den Bauch hinten hat und das kleine b den Bauch vorne.
Ich glaube mittlerweile nicht, dass viele Mütter ein Zeitproblem haben.
Ich glaube, sie haben ein Kapazitätsproblem.
Denn auch wenn du nicht arbeitest, arbeitet dein Kopf weiter.
Und solange eine Person dafür verantwortlich ist, dass der Familienalltag funktioniert, wird diese Person immer weniger Kraft für ihre eigenen Ziele haben.
Auch dann,
wenn sie ihre Arbeitszeit längst reduziert hat.