25/07/2026
Der gleiche Himmel. Das gleiche Meer. Zwei völlig unterschiedlich Realitäten.
Wieder ist eine Rotation auf Lampedusa für mich zu Ende. Wieder bleibt diese merkwürdige Mischung aus Begeisterung, Verwirrung und Wut.
Begeisterung über die Solidarität, die Menschen auf der Flucht erfahren, und über die Freiwilligen, die in ihrer Freizeit Menschenrechtsverletzungen dokumentieren und ihnen etwas entgegensetzen.
Verwirrung über ein italienisches Urlaubsparadies, das mitten im Mittelmeer liegt, gleichzeitig hoch militarisiert ist und das die wenigsten Europäer je zu Gesicht bekommen.
Wut über eine europäische Außenpolitik, die Milizen Menschenhandel und Folter finanziert und das als „Migrationskontrolle“ bezeichnet.
All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als unsere kleine Crew nachts am Ende der Via Roma noch einen Spritz trank. Um uns herum saßen Gruppen junger Menschen mit Crêpes und Wein.
Der Kontrast: Von dort blickt man direkt auf die Molo Papa Francesco – den Pier, an dem Menschen ankommen, nachdem sie die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer überlebt haben.
Wir beobachten still, wie sie das italienische Rettungsschiff verlassen.
Erleichterung darüber, dass diese Menschen es geschafft haben. Und gleichzeitig der Gedanke an all jene, die es niemals werden.
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