09/05/2023
Holbeinpferd ist die umgangssprachliche Bezeichnung einer Pferdeplastik in Freiburg im Breisgau, die durch zahlreiche anonyme Umgestaltungen eine gewisse Berühmtheit erreicht hat.
Das stehende Fohlen aus Betonguss wurde 1936 von dem Bildhauer Werner Gürtner geschaffen. Es ist 1,90 m hoch und lang, wiegt etwa eine Tonne und ist im Besitz der Stadt Freiburg. In den 1950er Jahren wurde das Pferdchen auf einem kleinen Rasenstück zwischen der namensgebenden Holbeinstraße, der Hans-Thoma-Straße und der Günterstalstraße aufgestellt (Straßenbahn nach Günterstal, Haltestelle „Holbeinstraße“).
Seit den späten 1980er Jahren wird die Skulptur immer wieder von Unbekannten sorgfältig bemalt und dekoriert. Früher geschah dies nur in der Nacht, wird inzwischen aber auch tagsüber gemacht. Dabei wird meist kreativ versucht, ein bestimmtes Thema darzustellen. Das wachsende Medieninteresse regte immer häufiger Unbekannte an, das Pferdchen erneut umzudekorieren.
Eine der ersten und zugleich langlebigsten Bemalungen machte das Pferdchen zum Zebra, seither wechselte dessen Erscheinung aber immer schneller. Das Holbeinpferd war bereits inoffizieller Werbeträger (z. B. milka, Nivea, Uhu), Übermittler von politischen Botschaften (Brent-Spar-Boykott) und Überbringer von Liebesschwüren; es trug Flaggenfarben, Trikots von Fußball- und Radsportteams, Einhorn- und Pegasusapplikationen, fungierte 2003 als Esel für die auf ihm sitzenden Bremer Stadtmusikanten und wurde anlässlich der Verhüllung des Reichstagsgebäudes durch Christo und Jeanne-Claude 1995 gleichfalls verhüllt.
1936 wurde die damals noch unsignierte Skulptur an eine Privatperson verkauft, die sie später an das Gartenamt in Freiburg weiterverkaufte. Auf Wunsch des damaligen Oberbürgermeisters Wolfgang Hoffmann fügte Werner Gürtner in den 1950ern seine Signatur an. In den 1980er Jahren wurde das Pferdchen dreimal restauriert und im Juni 1987 im Sinne Gürtners braun angestrichen. Diese Bemalung war nicht von langer Dauer – das Pferdchen wird immer wieder von Unbekannten umgestaltet.