26/02/2024
~Alltagsgedanken~
Mein ganzes Leben bestand aus einem Sprint. Ich bin von Berg zu Berg gesprungen: BLF schreiben, Oberstufe meistern, Abi machen, Studiumbewerbung, Annahme und Beginn des Bachelorstudiengangs, Bachelorarbeit schreiben, Anmeldung zum Master. Die letzte Hürde stellte sich mir in den Weg. Nach einigen rückwärts Schritten übersprang ich auch diese aus letzter Kraft. Doch der Sprint ist noch nicht vorbei. Kaum war die Masterarbeit abgegeben hieß es für mich Koffer packen. Abschiedspartys warteten auf mich, ein Abschied auf Zeit von den engsten Liebsten und neu gewonnenen Freunden. 💕 Kaum war ich am Flughafen durch die Sicherheitskontrolle durch, taumelte ich bereits in Flugzeug und hob ab. Ziel: Spanien 🇪🇸 Kaum war ich aus dem Flieger draußen, kamen bereits die Koffer. Mit einem Augenblinzeln saß ich schon in einem Taxi zur Wohnung. Es ging alles so schnell. Und plötzlich saß ich ganz allein in einem fremden Land....
Dieser jahrelange Sprint hat mich müde gemacht. Ich schreie laut NEIN! Ich versuche die Pause Taste zu finden und die Welt anzuhalten. Nur für einen Moment. Zum Durchatmen.
Ich habe diese Reise angetreten, um zu mir selber zu finden. Die erste Woche war ich wandern. Ich durfte die Kraft der Natur spüren. Ich fühlte mich frei, ganz unbeschwert. Es fühlt sich schön an. Einfach sein. Im Moment. ✨ Und dann ist da doch der Alltag, der mich nun wieder gefangen hält und es mir schwer macht, die Momente zu genießen. Von außen bekomme ich gesagt, ich solle Freunde finden. Ich brauche doch jemanden, mit dem ich etwas unternehmen könne. Und die Stimme in mir schreit NEIN! Ich kann auch sehr glücklich alleine sein... Und dann sind da trotzdem die Momente, in denen ich mich frage, was die anderen wohl von mir denken, dass ich mich doch mehr eingliedern sollte in die Gesellschaft. Und dann ist da dieses komische Gefühl. Ein Gefühl das sagt, ich passe nicht in diese Welt. Ich bin eher das kleine graue Mäuschen. Ein stilles Mäuschen, dass andere genau beobachtet. Aber eigentlich nie weiß, was es sagen soll. Und so fühl ich mich oft fehl am Platz...