28/04/2021
Lorenzkirch/Strehla
April 1945, 200 bis 400 Flüchtlinge und Einheimische sind in und bei Lorenzkirch vor allem am 22. und 23. April 1945 im Dorf, auf den Elbwiesen, in der Elbe, auf Lorenzkircher Feldern und Straßen und bei der Sandgrube im Wald ums Leben gekommen, als sie versucht hatten, sich vor der herannahenden Front über die Elbe in Sicherheit zu bringen. Am Abend des 22. April 1945 gerieten sie jedoch genau zwischen die Fronten und starben unter Granat- und Gewehrfeuer. Viele der Opfer konnten nicht identifiziert werden und mussten namenlos begraben werden.
Zwischen Lorenzkirch und Strehla gab es eine Pontonbrücke, die besonders in den Tagen vor dem 23. April 1945 von vielen Flüchtlingen zum Überqueren der Elbe genutzt wurde. Diese Brücke wurde von deutschen Truppen gesprengt, obwohl noch Menschen versuchten, auf der Brücke das westliche Ufer zu erreichen. Dabei gab es viele Tote.
Durch die Sprengung wollte die deutsche Armee verhindern, dass die herankommende Rote Armee die Brücke für ihren schnellen Vormarsch nutzen konnte. Dadurch waren aber viele Flüchtlinge auf den Elbwiesen am östlichen Ufer bei Lorenzkirch eingekesselt, und die Rote Armee hatte mit Artillerie auf das Ufer und die Reste der Brücke gefeuert.
Die Toten auf den Elbwiesen wurden später im Auftrag der Roten Armee mit weißen Tüchern abgedeckt und einige sogar zusammen mit toten Pferden von den Lorenzkircher Einwohnern in Splittergräben auf den Elbwiesen begraben. Andere wurden auf dem Friedhof beerdigt. Auch im Ort Lorenzkirch und in der Umgebung verloren Zivilisten im April 1945 ihr Leben; sie wurden meistens an den Fundorten begraben.
Der 25. April 1945 in Lorenzkirch
Ein Teil des Leichenfeldes bei Lorenzkirch am 25. April 1945
Albert Kotzebue besteigt mit amerikanischen Soldaten in Strehla das Boot nach Lorenzkirch
Albert Kotzebue mit amerikanischen Soldaten
Der Elbe Day am 25. April 1945 in Lorenzkirch Bearbeiten
Der Elbe Day am 25. April ist ein Gedenktag des Zweiten Weltkriegs. Die erste Begegnung US-amerikanischer und sowjetischer Truppen auf deutschem Boden fand am 25. April 1945 um 12.00–13.00 Uhr auf den Elbwiesen in Lorenzkirch statt.
Der First Lieutenant eines US-Infanterie-Bataillons Albert Kotzebue überquerte von Strehla aus mit drei Männern seines fünfköpfigen Aufklärungstrupps, unter ihnen der Soldat Joseph Polowsky (Joe Polowsky), im Boot die Elbe. Diese amerikanische Kotzebue-Patrouille vom 273rd Infantry Regiment, 69th Infantry Division, V. Korps, 1. Armee, begegnete dort inmitten hunderter Leichen deutscher Zivilisten dem russischen Oberstleutnant Alexander Gordejew, Kommandeur der Vorausabteilung des sowjetischen 175. Garde-Schützen-Regiments.
Da das Leichenfeld für heroische Fotoaufnahmen nicht passend erschien und für eine geschichtsträchtige Begegnung nicht geeignet war, brach der Kommissar Karpowitsch von der 58. Div. das Treffen ab und schickte die Amerikaner zurück auf das westliche Elbufer zur gegenüberliegenden Stadt Strehla. Um Schuldzuweisungen wegen der vielen getöteten Zivilisten zu entgehen, wurde das Treffen in Lorenzkirch nicht protokolliert und nicht veröffentlicht. (Quelle: Wikipedia)