26/10/2026
Den unbestrittenen Höhepunkt des Hauptprogramms markierte schließlich das sächsische Neofolk-Urgestein Darkwood.
Schon beim Betreten der Bühne war klar, dass dieser Auftritt exklusiven Charakter besitzen würde.
Die Dramaturgie des Sets war meisterhaft aufgebaut. Darkwood führten das Publikum durch ein Spektrum aus Klassikern der Bandgeschichte, von Werken der Alben Notwendfeuer und Herbstgewölk bis hin zu Stücken jüngeren Datums wie Twilight Garden und Verlorene Welt.Die Akustik des Sakralbaus schien wie geschaffen für diesen Sound. Die feinen Nuancen der Akustikgitarren ritten auf dem voluminösen Nachhall der Kirchenmauern, während die tiefen Frequenzen des Cellos spürbar durch das Parkett vibrierten.
Henryk Vogels markante, geerdete Stimme trug die oft nachdenklichen, naturnahen und melancholischen Texte mit einer Würde durch den Raum, die keine künstliche Attitüde benötigte.
Wo die Stücke auf Platte oft eine intime, fast reduzierte Lagerfeuer-Atmosphäre versprühen, entwickelte das Material in der vielköpfigen Besetzung eine epische, fast monumentale Wucht. Rhythmusbetonte Titel bauten eine hypnotische Kraft auf, die das gesamte Kirchenschiff in ihren Bann zog.
Darkwood schafften es mühelos, die Brücke zwischen der Zerbrechlichkeit des herbstlichen Wandels und einer tiefen, unerschütterlichen Zuversicht zu schlagen. Als die letzten Akustikakkorde leise im Raum verhallten, herrschte für einen kurzen Augenblick ehrfurchtsvolle Stille, bevor die Johanniskirche in langanhaltenden, stehenden Applaus ausbrach. Zum Schluss gab es noch ein besonderes Highlight, als Joseph Budenholzer von Backworld nochmals die Bühne betrat und mit Darkwood zusammen ein paar Akkorde spielte. Ein absolut würdiger Headliner-Auftritt, der nicht nur musikalisch, sondern auch atmosphärisch Maßstäbe setzte.
FischMann Events