21/08/2026
Diese Nachricht hat mich heute sehr berührt.
Acht Jahre meines Berufslebens sind mit diesem Unternehmen verbunden. In dieser Zeit habe ich viel gelernt, wertvolle Erfahrungen gesammelt und wichtige Grundlagen für meinen späteren Weg in die Selbstständigkeit gelegt.
Nach 27 Jahren schließt dieses Fotostudio nun seine Türen. Das macht mich nachdenklich. Nicht nur persönlich, sondern auch mit Blick auf unsere Innenstädte und unsere Region.
Denn es zeigt einmal mehr, wie schwierig es für kleine, regionale Fotostudios und andere Fachgeschäfte geworden ist, sich zu behaupten. Unser Einkaufs- und Konsumverhalten hat sich verändert: Vieles wird heute online bestellt oder durch automatisierte Angebote ersetzt. Auch Leistungen, für die man früher selbstverständlich zum Fotografen vor Ort gegangen ist, werden zunehmend an anderer Stelle angeboten.
Doch was passiert mit unseren Innenstädten und unserer Region, wenn kleine Geschäfte und die Menschen dahinter nach und nach verschwinden?
Ein Fotostudio ist schließlich weit mehr als ein Ort für Passbilder. Es ist ein Ort für Erinnerungen: für Familienfotos, Hochzeiten, Kinder, Bewerbungen und viele besondere Momente im Leben, die sich nicht einfach wiederholen lassen.
Und ein Geschäft vor Ort ist mehr als ein Ort, an dem man etwas kauft. Es bedeutet Begegnung. Man kommt miteinander ins Gespräch, hört zu, tauscht sich aus und manchmal ist es einfach ein freundliches Wort oder ein wenig Verständnis, das einem Menschen an diesem Tag guttut. Auch das gehört für mich zu einem Geschäft vor Ort, genau das kann kein Onlineshop ersetzen.
Unsere Entscheidungen beeinflussen mit, welche Angebote und Geschäfte es morgen vor Ort noch geben wird. Regional einzukaufen bedeutet deshalb nicht nur, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erwerben. Es bedeutet auch, persönliche Beratung, menschliche Begegnungen, lokale Arbeitsplätze und lebendige Innenstädte zu unterstützen.
27 Jahre sind eine lange Zeit. Auch wenn mein eigener Weg mich irgendwann weitergeführt hat, bleibt dieses Unternehmen ein wichtiger Teil meiner Geschichte.
Es ist traurig zu sehen, dass diese Geschichte nun zu Ende geht.
Vielleicht ist das ein guter Anlass, wieder bewusster hinzuschauen. Welche lokalen Unternehmen möchte ich auch in Zukunft noch in meiner Stadt haben, was kommen wir selbst dazu beitragen?