14/02/2019
Borkenkäfer
Die aktuell drohende Borkenkäfer-Invasion stellt nicht nur den Wald in ökologischer Hinsicht auf eine Überlebensprobe, sondern ist auch für die Holz-/ Forstwirtschaft eine enorme Herausforderung. Als drittgrößter Schnittholzproduzent Europas nach Finnland und Schweden ist dieser Wirtschaftszweig in Deutschland mit 54 Mio m³ und ca. 59 Milliarden Bäumen sensibel von der Marktlage abhängig. Wie immer regeln auch hier Angebot und Nachfrage den Preis für Holz. Große Abnehmer ( wie z. B. Baumärkte ) füllen die Regale und warten den weiter fortschreitenden Preisverfall aufgrund des zu erwartenden Überangebotes ab. Insofern ist ein schnelles Handeln gegen eine Ausbreitung des Borkenkäfers und einen fortschreitenden Preisverfall von Holz notwendig - und das zeitnah !
Was muss getan werden? Befallene Bäume müssen detektiert, präzise lokalisiert und umgehend extrahiert werden um, eine Ausbreitung der Populationen von Borkenkäfern und deren Übergriff auf noch gesunde Bäume zu verhindern. Zu allem Ärgernis macht die drohende Verblauung bei fortgeschrittenem Befall das Holz für den Markt auch noch wertlos. Auch hier gilt: schnelles Handeln tut Not !
Wie kann ich mir das „Erkennen von Borkenkäferbefall“ aus der Luft vorstellen? Sehe ich die Borkenkäfer? Klare Antwort: Nein !
Lassen Sie uns den Borkenkäferbefall beim Baum einmal mit einer Infektion beim Menschen vergleichen. Sie sehen ja auch nicht die Bakterien oder Viren, aber der Mensch bekommt Fieber, steckt sich das Thermometer in irgendeine Körperöffnung, und der Arzt gibt uns mit den Worten „das wird schon wieder“ ein Rezept für ein fiebersenkendes Medikament. Der mit dem „Krankheitserreger Borkenkäfer“ infizierte Baum reagiert ebenfalls. Zwar nicht mit Fieber, aber mit einem veränderten Abstrahlverhalten im NIR – Bereich (Near-Infra-Red-Spektralbereich, ein für das menschliche Auge unsichtbares Lichtspektrum). An dieser Stelle hilft uns das gute alte Thermometer, für das es beim Baum eh keine Körperöffnung gibt, leider nicht mehr weiter. Auch ein wohlgemeintes „das wird schon wieder“ hat bei Borkenkäferbefall noch niemals etwas gebracht. Statt dessen muss dieser Baum geschlagen und unverzüglich aus dem Bestand entfernt werden, um eine Ausbreitung des in ihm wohnenden und sich vermehrenden „Krankheiterregers“ zu verhindern.
Doch zurück zum „wie“: das veränderte Abstrahlverhalten des befallenen Baums wird mit technisch sehr aufwendigen Multi-Spektral-Kameras und anschließender Analyse der Aufnahmen dieser Kameras sichtbar gemacht. Gleichzeitig wird die exakte GPS-Position bei jeder Aufnahme festgehalten, wodurch eine präzise Lokalisierung der befallenen Gehölze für die nun tätig werdenden Bodentrupps gewährleistet wird. Dabei liefern wir bisher nicht erreichte exakte und verwertbare Ergebnisse.
Wie gehen wir vor?
Durch eine differenzbezogene Analyse (Tree-to-Tree) haben wir im Gegensatz zu thermospektralen Absolutwerten eine deutlich geringere Abhängigkeit von den herrschenden Temperaturverhältnissen in der Umgebung. Viel bedeutender für uns sind hier ideale, gleichmäßige Lichtverhältnisse, vorzugsweise in der Mittagszeit bei bedecktem Himmel. Die Kosten für eine Befliegung mit einer solchen Multi-Spektral-Kamera und die anschließende Auswertung der gewonnenen Daten im Zuge einer effizienten Schadensbegrenzung sind gering im Vergleich zu dem wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen den sie bringen.
Wie gehen Sie vor?
Kontaktieren Sie uns. Als kompetenter Partner zeigen wir Ihnen Wege und Lösungen.
Luft-Aufnahmen-Deutschland
Uwe Jansen
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