27/08/2020
Nähe und Distanz, Ordnung/ Unordnung
Die Nähe zur Natur lehrt uns Demut. Wir fühlen uns gleichzeitig groß und klein, gleichzeitig frei und in unsere Schranken gewiesen. Die Dolomiten sind vor hunderten Millionen Jahren entstanden. Sie haben sich dort gebildet, wo tektonische Platten aufeinander gestoßen sind und Muschelkalk vom Grund der Ozeane nach oben gedrückt wurde. Jeder Stein erzählt eine Geschichte. Zusammen bilden die Steine eine Landschaft voller Kontraste. Was ist das Gewicht unserer Probleme vor dieser grandiosen Kulisse?
In den letzten Monaten haben sich viele Parameter verschoben und wir alle waren plötzlich wie vor den Kopf gestoßen und mussten uns auf einmal von bisherigen Sicherheiten verabschieden. Statt langfristige Pläne zu machen, konnten wir nur noch auf Sicht fahren.
Der freigewordene Raum hat allerdings auch Platz dafür freigemacht, Dinge zu überdenken und Perspektiven zu finden, die unsere Vorstellung erweitern.
Fördert oder erstickt Stabilität das kreative Denken und Handeln? Was ist der Unterschied zwischen Ordnung und Unordnung? Sehen wir Dinge besser, wenn wir ihnen nahe sind oder aus der Distanz heraus?
Ich habe einen Artikel gelesen, der sich mit der Ordnung des Weltalls beschäftigte, mit der Beziehung zwischen der Planeten und der Bewegung einer Billardkugel.
Im Spannungsfeld zwischen Ordnung und Unordnung ist die Ordnung stärker, als man gedacht hätte. Es muss nicht einmal immer ein Gesetz existieren, das Ordnung erzwingt. Manchmal, unter bestimmten Bedingungen, ist kann Stabilität für sich schon die Eigenschaft eines Systems sein.