03/06/2026
Wir erinnern an den Lieder-Boss und Straßenhund!
11.Juni 1942 - 22.Juni
Schon sein erster großer Plattenerfolg war ein eingedeutschtes Lied seines Idoles Johnny Cash: „Ich werd` gesucht“. Gabriel hat es 1973 einfach für sich adaptiert und auch deklariert. In den folgenden Jahrzehnten blieb er immer „stur auf der Spur“, was Cash angeht und heute verkörpert er ihn sogar auf der Theaterbühne. In Volker Kühn`s Erfolgs-Musical „Hello I`m Johnny Cash“ ist Gunter Gabriel nach 85 ausverkauften Veranstaltungen in Berlin nun ab dem 13.August auch im Altonaer Theater in Hamburg zu erleben. Doch der Weg bis hierhin war für den kantigen Sänger mehr als beschwerlich und er hatte mehr Tiefen als Höhen. Denn vor allem in den 1980er und 1990er Jahren war Gabriel ganz unten, er hatte keinen Hit mehr, die Plattenerfolge blieben aus und alle ließen ihn fallen. Als Künstler hatte er nichts mehr zu melden. Dazu kamen Frauengeschichten, Gewalt und Frustration, immer wieder Alkohol und ein „loses Mundwerk“. Gabriel sagte das laut, was er tief in sich dachte. Wo andere erst einmal lange überlegten, hatte Gabriel schon alles gesagt. 2003 raffte er sich noch einmal auf, flog nach Nashville und nahm ein Album mit Johnny Cash Songs in deutsch auf, produziert von John Carter Cash im hauseigenen Cabin Studio. Für Gabriel die Erfüllung eines Traumes, für seine Fans kein Kaufargument. Das Album floppte, auch wegen fehlender PR- und Marketingmaßnahmen. 2010 dann die große Überraschung: Das Album „Sohn aus dem Volk“ mit ausschließlich neuem, eigenem Material. Und plötzlich war Gabriel – mit neuer Plattenfirma an seiner Seite - wieder in aller Munde, fand die Anerkennung, die man ihm viele Jahre verweigerte. Die Schulden, die er jahrelang anhäufte, hatte er mit einer „Wohnzimmertour“ abgearbeitet, und der Alkohol, der ihn jahrelang unberechenbar werden ließ du ihm nichts als Ärger einbrachte, verschwand aus seinem Leben. Dafür kam die Rolle seines Lebens im Musical „Hello I`m Johnny Cash“, in der er neben Helen Schneider die Titelrolle verkörperte. Die Musik des Musicals – Songs die Johnny Cash populär machte – ist die Inspiration zu seinem (wie wir jetzt wissen) finalem Album „LickLab Akustik Session“ (AWP Records).
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