23/05/2024
GENEHMIGUNGEN PART 2
Resignation.
Erst heute bin ich an einem wunderschönen Mohnfeld vorbeigelaufen und hab' kurz geseufzt. Einfach weil ich aus Erfahrung weiß wie schwer es ist den:die Eigentümer:in zu zu ermitteln. Wenn man nicht zufällig die Besitzer:innen der Flächen kennt ist man in der Regel chancenlos. Und die, die die Eigentumsverhältnisse kennen (Stadtverwaltung) dürfen es aus Datenschutzgründen nicht sagen.
Rumtelefoniererei und Zuständigkeitschaos.
Diese Woche habe ich fast eine Stunde rumtelefoniert um eine Genehmigung für einen Rosengarten zu bekommen. Erst mit dem Amt für Grünflächen, dann mit dem Amt für Liegenschaften. Immer mit der Frage, wer für was zuständig ist (Spoiler, das Grünflächenamt pflegt in diesem Fall nur - dem Liegenschaftsamt gehört die Fläche). Und auch innerhalb des Amts wird man von A nach B verwiesen. Im Endeffekt hab ich mich gegen den Ort entschieden.
Parkanlagen.
Der Landschaftspark Duisburg ist eine tolle Location, nur übersteigen die Kosten für die Genehmigung in meinem Fall (250-350€) meinen Rahmen. Die geplanten Shootings musste ich auf Grund von fehlender Rentablität abgesagen. Meine Kund:innen waren enttäuscht, ich auch.
Was auch mir nicht klar war, selbst große Parkanlagen wie der Rheinpark Köln und die Rheinaue Bonn weisen auf ihren Seiten gewerbliche Fotograf:innen darauf hin, dass je nach Zweck eine Genehmigung eingeholt werden muss. Obacht mit der Panoramafreiheit, die gilt nicht immer und kommt sehr auf die Location an.
Schlösser.
Schlösser sind wirklich wunderschöne und einzigartige Fotokulissen. Die von mir angefragten (unter anderem das Schloss Brühl) erlauben jedoch keine Fotoshootings mit gewerblichem Hintergrund. Beziehungsweise - man darf zwar gewerblich fotografieren - die Bilder aber nirgendwo veröffentlichen / damit werben. Was die Sache für mich natürlich ad absurdum führt.
Gedanken.
Nicht jede Genehmigung kostet Geld. Manchmal reicht eine freundliche Anfrage aus und man bekommt die Erlaubnis. Oft aber auch nicht. Und ein Nutzungsvertrag muss ausgefüllt - und eine Nutzungsgebühr bezahlt werden. Manchmal ist die für mich bezahlbar und ich freue mich, manchmal nicht.
Zwei Dinge haben mich zum Nachdenken gebracht. Zum einen: Genehmigunggebühren sind auch sinnstiftend. Denn das, was gewerbliche Fotograf:innen zahlen, wird in die Instandhaltung dieser wunderschönen Orte investiert. Und das finde ich toll und unterstützenswert. Und zum anderen ein Gespräch mit einer Kollegin, die den Gedanken einbrachte, dass wenn alle Summe X bezahlen müssten, um an Ort X zu fotografieren, wunderschöne und Orte nicht tot fotografiert werden würden und besonders bleiben. Ich weiß noch nicht, wie meine Meinung dazu ist, aber teilen wollte ich diesen Gedanken in jedem Fall mit euch.