28/12/2025
DAIKIN HBL
TSV Hannover-Burgdorf GG. GWD Minden 26:26
Justus Fischer weiterhin verletzt
Zwischen Begeisterung und Enttäuschung war alles dabei, aber es fehlte das Erfolgserlebnis beim Unentschieden der quasi Nachbarn Hannover und Minden. 10.000 Zuschauer mit entsprechender Erwartungshaltung pilgerten in die ausverkaufte Arena an der Messe.
Schon in den ersten Spielminuten hatte sich ein zäher Kampf um die Punkte angedeutet . Die Recken boten das bessere Aufbauspiel, GWD hatte mit einem engagierten Defensivauftritt gekontert mit dem Ziel, die Gestaltungsräume um die wuseligen Rückraumspieler Uscins, Edvardson und Tessier einzuengen. Das gelang zunächst nicht ganz, denn das Heimteam setzte sich auf 10:6 ab und hatte danach mehrfach die Möglichkeit zu erhöhen. Aber acht technische Fehler, Abspielfehler, ein Totalausfall der rechten Angiffsseite, überhastete Wurfabschlüsse (der glücklose Uscins derer 5/ Stutzke ist mit Bewegungsvorteil unterwegs zum leeren Tor, braucht den Ball nur reinzukegeln, stattdessen wirft er drüber hinweg!! ) und ein ungemein präsenter ex-Recke Malte Semisch im Tor der Mindener (13 Paraden/ insgesamt 45% geh. Bälle) hatten zu einem 12:14 Pausenrückstand geführt, weil GWD mit einfachen Rückraum-/ -Außen- und Kreisaktionen effizient agierte. Trainer Prokop hatte nach überstandener Grippe wieder das Kommando übernommen, sein Team konnte aber nicht annähernd an das Niveau des Kielspiels anknüpfen, als die Recken mit Co-Trainer Felixon beim THW Kiel mit einer überragenden Motivationlage einen Punkt ergattert hatten. Die Recken rockten nicht, sie wirkten eher gehemmt in ihren Aktionen, ausgenommen von Pedersen und Tessier, die überragend spielten.
Im zweiten Spielabschnitt konnte GWD auf 14:18 davoneilen und es bahnte sich eine Enttäuschung an. Aber die Recken spielten nun zielstrebiger, holten Tor um Tor auf und gingen nun mit einem lauten Publikum im Rücken mit 20:19 in Führung. Besonders auffällig zeigten sich Leif Tessier (8), August Pedersen (9) und TW Birlehm (8 Paraden). Minden wirkte hilflos und musste das 24:20 durch Pedersen hinnehmen. Pedersen hätte dann den Deckel draufmachen können, aber Semisch verhinderte einen höheren Rückstand. Und es kam das was viele Zuschauer vermutet hatten. Die TSV Hannover-Burgdorf hatte Probleme mit der umgestellten GWD-Defensive und führte kurz vor Abpfiff nur noch 26:25. Fehlende 7m-Pfiffe, Edvardson und Steinhauser nutzten ihre Würfe nicht und Mindens Kranzmann schaffte den glücklichen 26:26 Ausgleich zum Endstand in einer Begegnung, in der Höhen und Tiefen, aber auch insgesamt schwankende Schiri-Leistungen sich die Hand gaben.
Hätten die Hausherren aber nur annähernd ihre Chancenvielfalt verwertet, wäre die Saison-Hinrunde (Platz 9/ 18:20 Pkt.) versöhnlicher ausgefallen.
Für mich persönlich stellte sich in diesem Spiel die Frage, warum mit Rodriquez (KM), Maxim Orlov (RL) und Sindre Aho (RM/RL) Spieler auf der Bank blieben, auf die sich Minden hätte neu einstellen müssen.
Auffällig: den Recken fehlen einfache Rückraumtore von körperlich großen Spielern. Jedes Tor muss hart -oft im 1gg1- erarbeitet werden, Abnutzungskampf pur. Uscins, Tessier und Edvardson benötigen Entlastung.