02/06/2026
„Erinnerst du dich überhaupt noch an uns?“
Diese Frage bekomme ich manchmal von Familien, die ich vor Jahren fotografiert habe. Und jedes Mal muss ich ein bisschen lächeln, weil die Antwort meistens ist: ja, erstaunlich oft sogar ziemlich genau.
Ich erinnere mich an Kinder, die beim ersten Shooting noch Babys waren. An Wohnzimmer, in denen damals anderes Spielzeug lag. An Eltern, die noch ein bisschen unsicher waren, wie so ein dokumentarisches Familienshooting eigentlich abläuft. An Kinder, die erst skeptisch waren und mir später ihr Zimmer gezeigt haben, als wären wir schon lange alte Bekannte.
Und dann sehe ich diese Familien wieder.
Ein Jahr später. Zwei Jahre später. Manchmal nach noch längerer Zeit.
Für euch passiert dieses Wachsen jeden Tag. Ihr merkt es natürlich auch, aber eben mitten im Alltag, zwischen Brotdosen, Kitawegen, Hausaufgaben, Wäschebergen und Abendroutinen.
Für mich fühlt sich so ein Wiedersehen oft wie ein kleiner Zeitsprung an.
Plötzlich steht da ein Kind vor mir, das beim letzten Mal noch auf dem Arm lag. Plötzlich erzählt mir jemand ganz genau, was ich fotografieren darf und was auf keinen Fall. Plötzlich erkenne ich noch das Baby von damals, aber gleichzeitig steht da schon ein ganz neuer Mensch vor mir.
Das ist für mich eines der schönsten Dinge an Familien, die ich über mehrere Jahre begleiten darf.
Man sieht nicht nur einzelne Shootings. Man sieht, wie sich eine Familie verändert. Wie Kinder größer werden. Wie Geschwisterrollen sich verschieben. Wie euer Zuhause anders aussieht und sich trotzdem vertraut anfühlt.
Und jedes Mal denke ich: Genau dafür sind diese Bilder da.
Nicht nur für jetzt, sondern auch für später, wenn man irgendwann sehen möchte, wie sich all diese Jahre angefühlt haben.
Wenn ihr euch also fragt, ob ich mich noch an euch erinnere: Die Chancen stehen ziemlich gut. Und ich freue mich wirklich jedes Mal, wenn ich euch wiedersehe.
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