22/06/2022
In den letzten Tagen haben hier viele Fotografen einen Beitrag mit dem Thema "Tipp für Brautpaare: Bleibt nach der Trauung beim Ausmarsch in der Mitte noch mal stehen und küsst euch, das gibt super Fotos" geteilt.
Ich dachte mir erst: Ja, das wäre voll cool.
Und das wäre es auch mit Sicherheit - wenn es einfach passiert.
Wenn es aber das Ergebnis einer "Wie bekomme ich die tollsten Hochzeitsfotos"- ToDo Liste ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es die Unbeschwertheit eines der glücklichsten und schönsten Momente des Tages ruiniert.
Ich finde, dass Momente wichtiger sind als Fotos bzw. Fotos hauptsächlich dazu dienen sollten, den Moment später nachzuerleben.
Wenn man jetzt nur im Kopf hat, dass man nicht vergessen darf noch mal stehen zu bleiben und sich zu küssen, dann wird das auch genau die Emotion sein, die mit diesem Bild später verknüpft ist und es wird schwierig sein, den Moment einfach zu genießen und sich von Konfetti oder Blüten berieseln zu lassen.
Es gibt im Internet unzählige Guides zum Thema "Macht für gute Fotos dies oder das". Meiner Meinung nach, sollte man sich aber (außerhalb der Portraits oder Gruppenfotos) an seinem Hochzeitstag so wenig wie möglich aktiv mit den Fotos beschäftigen müssen. Manche Dinge kann man gut vorbereiten, andere Tipps helfen sowohl dabei schöne Momente zu kreieren, als auch gute Fotos (z.B. die Planung eines First Looks, wo man bei der Trauung sitzt oder ein großer Abstand der Braut zum Pfarrrer beim Einzug).
Als Brautpaar hat man an so einem Tag sowieso schon so viele Dinge im Kopf, da muss nicht noch dazu kommen ständig daran zu denken, wie man sich jetzt für ein tolles Foto verhalten sollte. Und ja, es gibt mit Sicherheit auch Paare, die das anders sehen und dazu passende Fotografen/Fotografinnen. Deshalb ist es so wichtig sich vor der Fotografensuche damit auseinanderzusetzen, wo die eigenen Prioritäten liegen.