17/08/2026
📍 In eigener Sache:
Gab es bei uns die Gottesanbeterin schon immer?
Gibt es eine Klimakrise und ist CO2 eher nützlich?
Sie erinnern sich vielleicht: Vor einiger Zeit haben wir ein Foto veröffentlicht, das eine Gottesanbeterin (braune Farbvariante) auf einem Balkon in Oppen zeigte. In einem kurzen Begleittext gingen wir darauf ein, dass diese wärmeliebende Art sich in den beiden letzten Jahrzehnten bei uns fast flächendeckend verbreitet hat, während sie früher nur in sogenannten „Wärmeinseln“ vorkam. Wir verwiesen auch auf die Tatsache, dass der Grund für die Ausbreitung der Anstieg der Temperaturen durch den Klimawandel sei.
Womit wir fahrlässigerweise nicht gerechnet hatten ist die Tatsache, dass sich unter den Lesern unserer Seiten natürlich auch ein gewisser Prozentsatz sogenannter „Klimaleugner und Klimaschwurbler“ befinden. Daher wurden wir umgehend darauf hinwiesen, dass es die Gottesanbeterin bei uns schon immer gebe und den menschengemachten Klimawandel eben nicht. CO2 sei vielmehr nützlich und sogar ein Pflanzennährstoff und 👉 wir hätten wohl im Grundschulunterricht nicht aufgepasst, dass wir das nicht wüssten.
Im Falle des Autors dieser Zeilen liegt der ja auch schon etwa 70 Jahre zurück und damals gab es auch nichts außer Lesen, Schreiben, Rechnen und noch ein bisschen Religion. Da man aber auch lebenslang lernen kann (was auch den Kommentatoren zu empfehlen wäre), ist der Autor mittlerweile über das Grundschulniveau hinausgekommen und verfügt zusätzlich noch über rund 80-jährige Lebenserfahrung. Diese Erfahrung sagt mir übrigens auch, dass eine Grundsatzdiskussion mit Leuten, die ihre Meinung mit Wissen verwechseln, nichts bringt, weil es ihnen nur um Verunsicherung geht.
Dennoch hier eine kurze Stellungnahme zur Einordnung der geäußerten Meinung für alle die die Meinungsäußerung gelesen haben und vielleicht trotz der offensichtlich fehlenden Wissensgrundlage verunsichert sind:
1. Gibt es die Gottesanbeterin bei uns schon immer?
Die Ausbreitung der Gottesanbeterin Richtung Norden ist belegt, ebenso dass es sie bei uns ursprünglich nur in sogenannten Wärmeinseln etwa im Bliesgau und in der Perler Weinregion gab. Erst seit etwa 2020 wird ihr Vorkommen regelmäßig auch im Rest des Landes festgestellt. Dies belegt eine Untersuchung der Universität Münster.
2. Ist CO2 schädlich oder nicht sogar nützlich?
CO2 ist ein Gas mit einem Volumenanteil von 0,04 % in der Luft. Es ist nicht giftig, behindert aber die Sauerstoffaufnahme im Blut. Bei höheren Konzentrationen ist es daher gesundheitsschädlich oder sogar tödlich. Es wird deshalb z.B. in der Geflügelzucht auch zum preiswerten Töten unerwünschter männlicher Küken benutzt.
Es wird natürlich auch von Pflanzen aufgenommen und in Form von Zucker, Stärke usw. gebunden. Versuche in Gewächshäusern mit künstlich erhöhter Zufuhr von CO2 führten allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze zu mehr Wachstum.
3. Verändert CO2 das Klima und gibt es überhaupt einen Klimawandel?
Die Tatsache dass CO2 einen erheblichen Beitrag zum Klimawandel leistet, wird allerdings nur noch von wenigen hartnäckigen Leugnern bestritten. Sogar der Front National (also die französische AFD) hat seine Meinung angepasst. Nur die Glaubensgemeinschaft von Donald Trump und AFD halten noch daran fest. Aus deren Sympathisantenkreis stammen wohl auch unsere „Kommentatoren“.
Vielleicht haben die Wetter- und Waldbrandereignisse der letzten Wochen doch den einen oder anderen Klimaschwurbler zum Nachdenken gebracht. Wir hoffen es jedenfalls.
Das Thema noch weiter zu vertiefen, ist sicher nicht der Mühe wert, da die Leugner ja bekanntermaßen gar nicht an Fakten interessiert sind, solange sie Meinungen haben. Sie wollen nur verunsichern, meistens weil sie sich davon Vorteile versprechen und weil sie Ihr Verhalten ja auch auf keinen Fall ändern wollen, bevor es uns die Chinesen nicht vormachen.
Also geht alles so lange weiter, bis es nicht mehr geht, immer nach dem Motto: „Wissen ist Macht, aber nichts wissen macht nichts!“
Im Internet sind ja alle Meinungen gleich, egal wie realitätsfern sie sind. Da können Gletscher schmelzen, Flüsse austrocknen und Nahrungspflanzen auf den Feldern vertrocknen. Hauptsache, wir haben eine andere Meinung.
Verschiedene Quellen berichten darüber:
https://nabu-naturgucker.de/forschung/artenwissen-und-wissen-ueber-arten/auswertungen-von-beobachtungsdaten/forschung_gottesanbeterin/
https://www.uni-muenster.de/Oekosystemforschung/
https://www.uni-rostock.de/universitaet/kommunikation-und-aktuelles/medieninformationen/detailansicht/n/gesucht-beobachtungen-der-gottesanbeterin-283390/