13/08/2026
Jedes Mal, wenn ich einen gewerblichen Flug durchführe, teile ich den Luftraum mit anderen.
Mit Hubschraubern. Mit Kleinflugzeugen. Mit Rettungsflügen. Mit Segelfliegern und Ballonen.
Das ist kein Problem. Aber es ist auch keine Selbstverständlichkeit.
Professionelle UAS-Betreiber arbeiten täglich in Lufträumen, die gleichzeitig von bemannter Luftfahrt genutzt werden. Das funktioniert nur, weil dahinter ein System steckt: Genehmigungen der Landesluftfahrtbehörden, Befreiungen von Geozonen, Haftpflichtversicherung, Funkfrequenzkoordination, und ein A2/STS EU-Fernpilotenzeugnis.
Was mich manchmal nachdenklich stimmt: In der öffentlichen Wahrnehmung ist "Drohne" oft gleich "Drohne". Ob jemand mit einem 300-Euro-Gerät aus dem Elektronikmarkt fliegt oder mit einem professionellen UAS für eine Inspektion an einer Windkraftanlage oder innerhalb einer Geozone Fassadeninspektionen durchführt.
Der Unterschied ist nicht nur die Technik. Es ist das Bewusstsein für den Luftraum.
Ein Rettungshubschrauber, der durch eine ungemeldete Drohne behindert wird, ist kein Medienhype. Das passiert. Und es kostet im schlimmsten Fall ein Leben.
Als gewerblicher Betreiber trage ich dafür Verantwortung, wie ich diesen Luftraum nutze. Koordination mit der Flugsicherung, saubere Flugplanung, Wetterchecks, sofortige Landung bei unerwarteten Begegnungen.
Das ist kein bürokratischer Aufwand. Das ist der Job.
Ich glaube, die Branche täte gut daran, diesen Unterschied öfter sichtbar zu machen. Nicht aus Eigeninteresse, sondern weil es für alle besser wird, wenn Drohnen im öffentlichen Luftraum als verlässliche, regulierte Teilnehmer wahrgenommen werden.
Marc Gerseker
UAS-Gerseker | www.uas-gerseker.de