07/06/2026
Was bleibt von einer Hochzeit?
Wenn ich Hochzeiten fotografiere, frage ich mich das immer wieder.
Was wird dieses Paar in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren sehen wollen?
Wahrscheinlich nicht die Tischdekoration.
Nicht den Zeitplan.
Nicht die perfekt gefalteten Servietten.
Sie werden sich an Gefühle erinnern wollen.
An das Kribbeln am Morgen.
An die Musik, die beim Fertigmachen lief.
An die Blumen im Haar.
An die letzte Nachricht vor der Trauung.
An den Moment, in dem sie sich zum ersten Mal gesehen haben.
An die zittrigen Hände beim Ringtausch.
An das Lachen danach.
Genau deshalb beginne ich meinen Arbeitstag nicht erst bei der Trauung.
Für mich beginnt eine Hochzeitsgeschichte beim Getting Ready.
Dort entstehen die ersten Kapitel.
Die kleinen Momente, die niemand plant.
Die Details, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken.
Die Augenblicke zwischen den Augenblicken.
Das Lieblingslied auf dem Handy.
Eine Playmobil-Hochzeit auf dem Tisch.
Ein ehrliches Straßenschild am Kühlschrank.
Sonnenlicht, das durch die Blüten fällt.
All diese Dinge erzählen etwas über die Menschen vor meiner Kamera.
Und genau das liebe ich an Hochzeiten:
Am Ende fotografiere ich nicht nur ein Brautpaar.
Ich fotografiere einen Tag, der nie wieder genauso stattfinden wird.
Einen Tag voller kleiner Geschichten.
Geschichten, die irgendwann Erinnerungen werden.