01/06/2026
Gestern habe ich im Internationalen Jahreswettbewerb von Colour Art Photo Schweiz die Silbermedaille gewonnen.
Das Thema lautete dieses Jahr:
“Büetzer Couture”
Das Foto wäre beinahe nie entstanden.
Denn eigentlich hatte ich bereits ein ganz anderes Wettbewerbsbild fertig umgesetzt. Wochenlange Vorbereitung, Organisation, Kosten, Requisiten, Shooting, Datensicherung, Bildauswahl, Bearbeitung und Retusche – alles war bereits erledigt.
Am Tag der Einreichung wurde das Projekt jedoch völlig unerwartet gestoppt. Das Model zog seine Zustimmung zur Nutzung der Fotos zurück. Damit war das gesamte Projekt hinfällig.
Nach all der investierten Zeit, Energie und Arbeit war meine Enttäuschung niederschmetternd. Von einer Minute auf die andere stand ich vor der Wahl:
Aufgeben und zum ersten mal seit Beginn meiner Mitgliedschaft nicht am Wettbewerb teilnehmen - oder noch einmal ganz von vorne beginnen?
Ehrlich gesagt hatte ich besonders auf Letzteres überhaupt keine Lust mehr. Die Deadline für die Einsendung war faktisch an jenem Tag abgelaufen. Meine Motivation überhaupt nochmal für irgendein freies Projekt eine Kamera in die Hand zu nehmen tendierte gegen Null.
Doch dann kamen Menschen ins Spiel, die für mich den Unterschied gemacht haben: Zunächst hat der Vorstand unvorhergesehen die Deadline um eine Woche nach hinten verschoben.
Als die wunderbare Sherry Trainor
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erfuhr was passiert war und wie wenig Zeit noch blieb, erklärte sie sich spontan bereit als Model einzuspringen. Mit viel Geduld und genau dem richtigen Mass an sanfter Hartnäckigkeit überzeugte sie mich davon, dem Projekt doch noch eine zweite Chance zu geben.
Meine liebe Kollegin Silvia von der Kuschelalp in Mostelberg stellte uns kurzfristig ihre kleine Scheune als Fotolocation zur Verfügung.
Tjark, der beste Ehemann von allen, war als Assistent mit dabei.
Liebe Seelen, die genau dann die richtige Türe geöffnet haben, als sich eine andere geschlossen hatte.
Ich entschloss mich also, einen weiteren Versuch zu wagen. An Ideen mangelt es mir zum Glück nie - schliesslich sollte und durfte das neue Shooting schon rein energetisch nicht einfach eine Wiederholung des Ersten sein, das mich so sehr enttäuscht hatte.
Und es wurde wunderbar!
Denn das zweite Shooting hatte am Ende mehr Tiefe, mehr Ehrlichkeit und mehr Ausdruck als das Erste jemals hätte haben können.
Der Silberpokal, den ich am Sonntag verliehen bekommen habe, steht nun zwischen den anderen Fotografie-Awards auf dem Regal in meinem Büro.
Der erinnert aber diesmal nicht "nur" an einen tollen Wettbewerbserfolg:
Er erinnert mich an Menschen, die unkompliziert Lösungen suchen, wenn andere Probleme verursachen. An jene die Türen öffnen, wenn andere sie schliessen.
Danke, dass ihr mich begleitet und getragen habt.
Danke, dass es euch gibt!