22/03/2026
16 Hummeln in deinem Garten
Alle hier gezeigten Arten besuchen deutsche Gärten — von Februar bis Oktober.
Die meisten Menschen sehen einfach „eine Hummel“.
Hier lernst du, welche es wirklich sind.
ERDHUMMEL (Bombus terrestris)
Die häufigste Hummel Deutschlands. Schwarzer Pelz mit zwei gelben Streifen und weißem Hinterleibsende.
Die Königin gehört zu den ersten Fliegerinnen im Februar — groß, tief brummend, auf der Suche nach einem Mauseloch für ihr Nest.
Ein Volk kann bis zu 600 Arbeiterinnen umfassen.
STEINHUMMEL (Bombus lapidarius)
Die Eleganteste. Tiefschwarz mit leuchtend rotem Hinterleibsende.
Kein Gelb, kein Weiß — nur Schwarz und Rot.
Nistet unter Steinen, in Mauerspalten und trockenen Hohlräumen.
Die Königin wirkt wie ein fliegender Rubin.
ACKERHUMMEL (Bombus pascuorum)
Die Struppige. Gleichmäßig hellbraun bis orange, oft „zerzaust“.
Eine der häufigsten Gartenarten und besonders anpassungsfähig im urbanen Raum.
Nistet oberirdisch in Graspolstern und Moos.
GARTENHUMMEL (Bombus hortorum)
Die Langrüsselige. Schwarz mit zwei gelben Streifen und weißem Hinterleib.
Ähnelt der Erdhummel, besitzt jedoch einen deutlich längeren Rüssel.
Spezialistin für tiefe Blüten wie Fingerhut oder Rittersporn.
BAUMHUMMEL (Bombus hypnorum)
Die „Dachboden-Hummel“. Rotbrauner Brustbereich, schwarzer Hinterleib, weißes Ende.
Nistet in Nistkästen, Dachspalten oder Rollladenkästen.
Die einzige heimische Art, die regelmäßig oberirdisch und in Gebäuden nistet.
WIESENHUMMEL (Bombus pratorum)
Die Kleinste unter den häufigen Arten. Schwarz mit gelbem Halsband und rötlichem Hinterleib.
Ihr Lebenszyklus endet bereits im Juni — die früheste Art des Jahres.
KRYPTARUM-ERDHUMMEL (Bombus cryptarum)
Die Doppelgängerin der Erdhummel. Kaum zu unterscheiden.
Merkmale: schmalerer gelber Streifen und leicht gelbliches statt reinweißes Hinterleibsende.
Selbst Fachleute schauen zweimal hin.
HELLE ERDHUMMEL (Bombus lucorum)
Die dritte Art im Erdhummel-Komplex.
Zitronengelbe Streifen und strahlend weißer Hinterleib.
Zusammen mit terrestris und cryptarum einer der schwierigsten Bestimmungsfälle.
VERÄNDERLICHE HUMMEL (Bombus humilis)
Hellbraun, ähnlich der Ackerhummel, aber mit stärkerem Farbkontrast.
Vor allem in extensiven Wiesen Süddeutschlands.
Rote Liste — gefährdet.
DEICHHUMMEL (Bombus distinguendus)
Leuchtend gelb mit schwarzem Querband.
Eine der seltensten Hummelarten Deutschlands.
Typisch für Küstenregionen und extensives Grünland.
Rote Liste — stark gefährdet.
MOOSHUMMEL (Bombus muscorum)
Goldbraun und gleichmäßig gefärbt, ohne starke Kontraste.
Lebt in Feuchtwiesen und Moorgebieten.
Rote Liste — stark gefährdet.
FELDHUMMEL (Bombus ruderatus)
Groß, langrüsselig, schwarz mit gelbem Halsband und weißem Hinterleib.
Ähnlich der Gartenhummel, aber kräftiger gebaut.
Rote Liste — vom Aussterben bedroht.
WALDHUMMEL (Bombus sylvarum)
Unauffällig graubraun mit blass rötlichem Hinterleibsende.
Fliegt niedrig über Wiesen und Waldränder.
Leise und leicht zu übersehen.
SANDHUMMEL (Bombus veteranus)
Braungelb mit dunklen Querbändern.
Spezialist für sandige, nährstoffarme Standorte wie Dünen und Magerrasen.
DISTELHUMMEL (Bombus soroeensis)
Schwarz mit gelbem Streifen und weißem Hinterleib, oft mit leicht orangefarbenem Übergang.
Späte Art — aktiv bis Oktober.
Eine der letzten Hummeln im Jahr.
GRASHUMMEL (Bombus ruderarius)
Schwarz mit rotem Hinterleibsende.
Ähnelt der Steinhummel, ist aber kleiner und weniger kontrastreich.
Rückläufig in ganz Mitteleuropa.
Was die meisten nicht bemerken
In Deutschland leben rund 41 Hummelarten.
Mindestens 16 davon können in Gärten und Parks vorkommen.
Die meisten Menschen sehen „eine Hummel“.
Tatsächlich begegnen sie an einem einzigen Sommertag oft vier bis sechs verschiedene Arten.
Der Unterschied zwischen einer Erd- und einer Steinhummel ist so groß wie der zwischen Amsel und Rotkehlchen —
man muss nur genau hinschauen.
Warum das wichtig ist
Sieben der hier gezeigten Arten stehen auf der Roten Liste.
Ihr Schutz beginnt nicht im Naturschutzgebiet —
sondern im Garten:
mit Blüten ab Februar
mit Nahrung bis in den Oktober
mit ungestörten Nistplätzen
Jede Blüte zählt. Jede Beobachtung auch.
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