05/12/2019
Die letzte Woche war ganz schön heftig für mich – Linus, mein Kater, der immer hungrig ist und eigentlich alles frisst, ganz egal was (ja, auch rohes Gemüse ... ) hat plötzlich sein Futter verweigert. Als er dann auch noch direkt erbrach, waren wir sofort (keine 3 Stunden später) beim Tierarzt vorstellig.
Ich bin normalerweise niemand, der wegen einmal erbrechen gleich zum Arzt rennt – denn das kommt bei Katzen schließlich immer wieder mal vor. Diesmal hat mein Bauchgefühl aber sofort Alarm geschrien. Ich kann nichtmal sagen, wieso genau.
Ich erwartete ein "Spritzerl", evtl. ein paar Tabletten und alles wird wieder gut. So wars dann auch – er wurde gründlich untersucht, bekam Medikamente gespritzt und sogar eine Infusion. Bloß besser wurde es nicht.
Daher musste er auch am darauffolgenden Tag nochmal eine Behandlung über sich ergehen lassen. Diesmal kamen etwas stärkere Mittel zum Einsatz und wir nahmen zusätzlich Blut ab.
Die Tierärztin freute sich noch über den "so entspannten" Kater aber für mich war das absolut nicht normal, dass er als ängstlicher Kater bei fremden Menschen so dermaßen ruhig blieb.
Mein Gefühl war richtig. Sein Zustand verschlechterte sich weiterhin, bis wir Freitag sogar 2x den Tierarzt aufsuchten und das zweite Mal war, glaube ich, seine Rettung.
Den Besuch verdanken wir nur einer, eigentlich unbeteiligten Tierärztin, die mich wegen eines Laborwertes anrief. Sie war es, die uns dazu riet, sofort zu fahren und nicht auf den nächsten Tag zu warten.
In der Klinik erfuhren wir, dass er (trotz Decken usw) schon stark unterkühlt war. Weiters wurde er geröntgt und ein Ultraschall wurde gemacht. Dass all dies ohne Betäubung und ohne Festhalten möglich war, sagt eigentlich eh schon alles... :(
Es stellte sich heraus, dass seine Peristaltik nicht mehr funktioniert hat – Magen & Darm hatten also ihre Arbeit eingestellt. Ein Fremdkörper konnte nicht entdeckt werden – auch wenn es theoretisch Haare oä sein hätten können, die ebenso einen Verschluss verursachen könnten.
Durch ein Medikament sollte die Peristaltik wieder angeregt werden – falls nicht, müsste er am nächsten Tag operiert werden.
Zum Schluss bot die Tierärztin ihm noch etwas Trockenfutter an und entgegen all meiner Erwartungen (er hat bis dahin wirklich nichts angebotenes gefressen), fing er plötzlich an es gierig zu fressen!
Die Hälfte fiel ihm dabei aber wieder aus dem Maul und es sah auch eigenartig aus, WIE er fraß. Ein paar Tests folgten deshalb noch (sieht er, riecht er?), dann bekamen wir ihn mit nach Hause.
Ich wich die gesamte Nacht über nicht von seiner Seite, habe ihm stündlich Futter angeboten – wollte er nicht, gab ihm ihm Brei mit der Spritze ins Maul ein. Er MUSSTE fressen, damit der Darm seine Arbeit wieder aufnehmen würde. Zusätzlich wurde aus dem Schlafzimmer eine Sauna gemacht und überall Wärmflaschen verteilt, damit sein kleiner Körper sich aufwärmen konnte.
Bereits in der Nacht gab es erste Erfolge: ich konnte ein Glucksen aus dem Bauch vernehmen! Gegen 5 Uhr Früh ging er sogar mal ins Kistchen und auch wenn nur Luft kam: ein gutes Zeichen!
Das Wochenende war ein stetiges auf und ab. Mal fraß er gierig, mal verweigerte er wieder komplett. Mal wirkte er munter und interessiert, mal hockte er wieder so, als ginge es ihm gar nicht gut. Ich ließ ihn nur aus den Augen, wenn ich selbst aufs WC ging und selbst da musste dann Martin auf Linus schauen. Nachts fielen meine Augen immer nur wenige Minuten am Stück zu. Bei jeder Bewegung war ich wieder wach.
Am Montag ging er dann das erste Mal wirklich aufs Klo und ich sags euch ... man glaubt gar nicht, worüber man sich alles freuen kann! Ich hab mich definitiv noch nie SO über ein Häufchen gefreut 🙈
Dienstag gabs den letzten Check in der Klinik. Soweit sieht es gut aus.
Irgendwas in mir hat Angst, sich zu freuen. Angst, dass sowie ich es zulasse, mich zu freuen, alles wieder "kaputt" ist. Es ihm wieder schlechter gehen könnte, wenn ich auch nur verkünde, dass es aufwärts geht.
Ich habe so Angst um meinen kleinen, geliebten Schnufflbär, der mich bereits seit 10 Jahren begleitet. Er ist ein unglaublich lieber, gutmütiger und sanfter Kerl. Ich wünsche mir, dass er noch ganz ganz lange an meiner Seite ist. 💜