01/11/2026
Echte Handarbeit vs. KI-Flut: Warum es auf meiner Seite ruhiger geworden ist 📸🏔️
Wer mir hier schon länger folgt, hat gemerkt, dass es in letzter Zeit ruhiger um meine Postings geworden ist. Viele haben mich gefragt, warum. Heute möchte ich dazu einfach mal ganz ehrlich sein, weil mir dieses Thema schwer im Magen liegt und es geht nicht nur mir so, sondern den meisten Kollegen genau gleich.
Früher bedeutete Landschaftsfotografie draußen sein: Stundenlanges Warten auf das richtige Licht, Kälte, Kilometer in den Bergen, Technik im Griff haben und echtes Handwerk. Wer meine Arbeit verfolgt, weiß auch, dass ich seit nun schon einigen Jahren konsequent keine genauen Aufnahmeorte mehr nenne – einfach aus Respekt vor der Natur, um unsere sensiblen Spots vor dem Übertourismus zu schützen. Wenn ich früher ein Bild aus Tirol gepostet habe, gab es eine wunderbare, lebendige Resonanz. Heute, mit über 65.000 Followern, muss ich oft froh sein, wenn eine Handvoll Leute überhaupt noch reagiert.
Der Grund dafür ist eine Entwicklung, die mich zunehmend ratlos macht: Facebook wird seit einiger Zeit geradezu überschwendet von Seiten – oft betrieben aus Ländern wie Indien oder Pakistan von Menschen, die noch nie in den Alpen waren –, die massenhaft gefakte, KI-generierte Tirol-Bilder posten. Das Absurde: Da wimmelt es nur so vor Fehlern – falsche Bergspitzen, verzerrte Gebäude, physikalische Unmöglichkeiten. Und das Erschreckende für mich? Selbst Einheimische merken es oft nicht einmal, feiern diese Bilder und schenken ihnen zehntausende Likes, während die echte Fotografie vor Ort völlig untergeht.
Ich versuche seit Monaten in den Kommentaren immer wieder aufzuklären und die Leute darauf hinzuweisen, was sie da eigentlich gerade blind bejubeln. Aber es fühlt sich oft wie ein Kampf gegen Windmühlen an.
Gleichzeitig liest man in Branchenmagazinen, dass derzeit reihenweise traditionelle Fotostudios zusperren müssen. Vor einem halben Jahr habe ich versucht, mit einem kleinen Abo-Modell (0,99 € im Monat für tägliche, echte Profi-Bilder) gegenzusteuern. Ich habe versucht, das zweigleisig zu fahren – für Abonnenten und Nicht-Abonnenten. Aber da der tägliche Zeitaufwand, Social Media zu bespielen, ohnehin enorm ist, sich das im Alltag absolut nicht lohnt und das Abo kaum angenommen wurde (am Ende waren es gerade einmal 36 Unterstützer), werde ich dieses Modell nun wieder einstellen.
Es geht mir hier nicht um Zahlen oder Jammerei. Aber wenn der tägliche Aufwand an Zeit, Herzblut und Kosten für professionelle Ausrüstung und Reisen gegenübersteht, und am Ende der Unterschied zwischen jahrelangem Handwerk, professioneller Arbeit für renommierte Partner aus der Region und einem billigen, in zwei Sekunden generierten Prompt-Bild auf Plattformen völlig verschwimmt – dann vergeht einem schlicht die Lust. Man stellt sich irgendwann die Frage nach dem Sinn. Ich mache das Ganze ja für Menschen – für echte Betrachter, die das Handwerk zu schätzen wissen.
Ich liebe die Fotografie nach wie vor. Aber Social Media in dieser Form verliert für mich gerade massiv an Reiz. Es wird immer mehr zu einer täglichen Aufgabe für eigentlich nichts.
Mich interessiert vor allem eure Sichtweise:
Seid ihr im eigenen Feed auch schon auf solche KI-Fakes reingefallen? Und wie bewertet ihr diese Entwicklung? Hat die echte, handgemachte Fotografie in den sozialen Netzwerken überhaupt noch eine Chance gegen diese bunte, künstliche Masse?
Lasst uns dazu gerne mal offen und ehrlich austauschen. Ich freue mich!