26/03/2026
STILLE
In einer Welt, die niemals stillsteht, in der jeder Moment gefüllt ist mit Geräuschen, Nachrichten und Erwartungen, wird Stille fast zu etwas Fremdem. Sie wirkt unbequem.
Dabei ist sie vielleicht genau das, was uns am meisten fehlt.
Ich habe diese Stille erlebt. Zwei Sommer lang, auf einer Alm. Kein Internet. Kein Verkehr. Nur das, was da ist: die Natur, die Tiere, die Arbeit. Alles wurde langsamer , man beginnt selbst wieder im eigenen Rhythmus zu leben.
Die Tage waren geprägt von Arbeit und einem sehr einfachen Leben. Tätigkeiten, die den Körper fordern und den Kopf befreien. Ein Tun, das erdet und Sinn ergibt.
Und in dieser Einfachheit passiert etwas Entscheidendes: man lässt los. Die Erwartungen und Ansprüche, das ständige Gefühl, etwas leisten zu müssen, fallen ab.
Der Fokus verschiebt sich. Weg vom Konsum, hin zum Wesentlichen.
Man beginnt zu verstehen, wie wenig es eigentlich braucht. Kein Überfluss, keine ständige Verfügbarkeit.
Diese Erfahrung hinterlässt Spuren. Denn sie stellt eine Frage: Warum leben wir eigentlich so laut, wenn wir doch in der Stille so viel mehr finden?
SILENCE
In a world that never stands still, where every moment is filled with noise, messages, and expectations, silence has almost become something foreign. It feels uncomfortable.
And yet, it may be exactly what we are missing the most.
I have experienced this silence. For two summers, on a mountain pasture. No internet. No traffic. Only what is there: nature, the animals, the work. Everything slows down, and you begin to live again in your own rhythm.
The days were shaped by work and a very simple life. Activities that challenge the body and free the mind. A kind of doing that grounds you and makes sense.
And in this simplicity, something essential happens: you let go. Expectations and demands, the constant feeling of having to achieve something, fall away.
The focus shifts. Away from consumption, toward what truly matters.
You begin to understand how little is actually needed. No excess, no constant availability.
This experience leaves its mark. Because it raises a question: Why do we live so loudly, when in silence we can find so much more?