16/07/2026
Die Ukraine im Protest - was ist hier los?
Vorweg zum Verständnis:
Sirsky - ehemaliger Verteidigungsminister, bis heute Oberbefehlshaber der ukr. Streitkräfte
Federov - derzeitiger Verteidigungsminister der Ukraine, bis gestern (15.07.2026)
Die Ukraine ist im Krieg und politische Entscheidungen haben weitreichende Konsequenzen. Vor allem, wenn sie aus fadenscheinigen Gründen getroffen werden.
Derzeit finden Proteste in allen größeren Städten der Ukraine statt. Trotz Krieg, trotz ständiger Angriffe Russlands. Denn genau das ist es, was einen demokratischen Staat ausmacht. Und genau hier macht die ukrainische Regierung derzeit massive Rückschritte.
Die aktuellen Proteste richten sich gegen die Entlassung des derzeitigen Verteidigungsministers der ukrainischen Streitkräfte, Mikhailo Federov. Federov war Verteidigungsminister seit Januar 2026 und hat in dieser kurzen Zeit das ukrainische Militär in vielen Bereichen auf Vordermann gebracht, die Entwicklung von Drohnen vorangetrieben und letztendlich ermöglicht, dass die Ukraine Mid- und Deepstrikes gegen Russland aus eigenen Kräften ausführen kann. Kurz gesagt: Wow, krasser Typ, und das mit 35 Jahren! Und genau diese junge, agile und aktive Seele braucht es, um die Ukraine zu befreien. Nicht nur von Russland, sondern auch von veralteten Strukturen.
Leider passt genau das nicht ins postsowjetische System der ukrainischen Regierung. Während nach außen ständig von EU-Nähe gesprochen wird, wird in der politischen und militärischen Führung noch sehr an alten Methoden festgehalten. Federov ist deshalb ein Dorn im Auge.
Gleichzeitig stellt Syrsky, der ehemalige Verteidigungsminister und jetzt Oberbefehlshaber der Streitkräfte, sich in vielen Bereichen gegen Federov. In einem Kriegsland, in der Vetternwirtschaft noch alltäglich ist, bedeutet das am Ende nur eins: Vorteile für den Feind.
Die Stimmung in der Zivilbevölkerung ist klar,
Federov ist respektiert in Militär und der Bevölkerung. Die Stimmen lauten: „Sirsky weg, Federov bleibt!“. Die Entscheidung liegt jedoch beim Präsidenten.
Am Ende auch eine Entscheidung einen demokratischen, pro-ukrainischen Weg zu gehen, oder weiterhin veraltete Methoden zu nutzen.