20/12/2023
Wie ein Dometic-Kühlschrank einen einblick ins österreichische gesundheitssystem vermitteln kann
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Ende oktober 2023 hatte ich meinen Dometic kompessor-kühlschrank (ca 50x50x50cm und damit relativ schwer) aus meinem van in die wohnung getragen – allein natürlich, weil frau ist ja stark!
Kurz danach stellte ich fest, dass sich irgendetwas an meinem bauchnabel verändert hatte. Nach konsultation mit „Dr. Google“ tipte ich auf bauchnabel-bruch.
„Dr. Google“ meinte auch, es gäbe gleich bei mir ums eck das Franziskus Spital (ehemals Hartmann Spital) mit einer dafür geeigneten spezial-ambulanz (Hernien-Chirurgie), die als eine der besten europaweit gilt.
Die Geschichte des spitals begann im jahre 1857, als nach erfolgter gründung der „Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe“ (aka „Hartmannschwestern“) diese zwei Häuser auf den so genannten Hartmannschen Gründen erwarben, in denen sie das kloster und das krankenhaus errichteten. Die chirurgische abteilung übernahm 1891 der in Pécs geborene chirurg Emerich Ullmann, der sich auch intensiv mit transplantationen im tierversuch beschäftigte. 1902 gelang ihm die erste erfolgreiche nierentransplantation an einem hund!
Wunderbar dachte ich mir, was bei meinen liebsten vierbeinigen freunden funktioniert hatte, kann ja auch in meinem fall nur erfolgreich sein!
Also rief ich dort an, in der hoffnung auf einen baldigen termin. Alle „Kenner der Materie“ werden bei diesem satz wahrscheinlich jetzt laut auflachen – aber als eine, die ärzt:innen hauptsächlich aus ihrem freundeskreis kennt und das letzte mal vor über 30 jahren als patientin ein krankenhaus von innen gesehen hat, kam mir auf die auskunft „Ich kann ihnen fürs erstgespräch einen termin anfang april anbieten" nur die sarkastische antwort „Meinen sie april 2025 oder 2026?“ über die lippen. Aufgrund dessen war das telefonat dann auch sehr schnell beendet.
Also wandte ich mich an die Chirurgie Mariahilf, dessen leiter Dr. Peter Landowski mir von einer freundin empfohlen worden war. Relativ schnell hatte ich einen termin und siehe da, „Dr. Googles“ diagnose bestätigte sich. Ich bekam einige überweisungen zu voruntersuchungen und für ein krankenhaus.
Alle die mich kennen wissen, dass vieles bei mir sehr spät („Prokrastination“) in manchen fällen auch gar nicht („Management by Ignoring“) erledigt wird. Also lagen die überweisungen vorerst einmal still und leise am papierberg. Die „Kenner der Materie“ wissen auch, dass derartige dokumente nur 1 monat lang gültig sind. Ich hatte das natürlich gelesen – steht ja groß auf jedem dieser zettel drauf, aber ... (siehe oben).
Zwei tage vor ablauf dieser magischen frist hielt ich die krankenhaus-überweisung dann wie durch ein wunder wieder in händen und dachte, na ja, jetzt solltest was tun!
Ich hatte mir schon die telefonnummer des Krankenhauses der barmherzigen Schwestern (empfehlung von Dr. Landowski) herausgesucht, als mir die geschichte mit der nierentransplantation am stikl-viech (mein spitzname für hunde) einfiel. Was solls, dachte ich, mehr als dass der nächste terminvorschlag des Franziskus Spitals november 2028 lauten könnte, kann mir nicht passieren. Wie hieß das in einer adult-werbung so schön: „Ruf an!!!“
Der ordnung halber – und dass die „Kenner der Materie“ mich jetzt nicht für völlig unwissend oder naiv halten – muss ich dazu sagen, ich weiß schon, dass das mit den terminen für einen zeitraum, in dem du vielleicht schon dreimal gestorben bist – ja keine marotte von einzelnen ärzten oder spitälern ist, sondern einen unerträglichen, patientenverachtenden zustand unseres österreichischen gesundheitssystems darstellt – was nur leider von den verantwortlichen politiker:innen offenbar nicht so gesehen wird. Da sind wohl andere interessen wichtiger ... Aber das würde jetzt wirklich den rahmen sprengen, daher verkneif ich mir weitere bemerkungen dazu!
Also, ich rief an – und hörte „Na ja, die nächsten termine haben wir im – aber warten sie mal, ich glaub, da ist jemand ausgefallen – haben sie übermorgen für die erstuntersuchung zeit?“
Natürlich hatte ich zeit – „Kenner des Universums“ werden jetzt sagen „War ja klar, hör mehr aufs universum!“ Ich glaub zwar nicht an derartige dinge – werde aber immer wieder darin bestärkt, dass mein management-system doch so schlecht nicht sein kann, wie viele behaupten.
Von dem zeitpunkt an waren es dann genau 12 tage bis zu meiner gestrigen operation im Franziskus Spital. Einchecken 12 uhr – 14 uhr op, dauer angeblich ca 15 minuten, was ich aufgrund der vollnarkose ja leider nicht miterleben durfte – danach aufwachraum mit abschließender improvisierter jause. Improvisiert deswegen, weil mein jausen-paket jemand anderem, der eigentlich keines bekommen hätte sollen (Fröhliche Weihnachten!), übergeben wurde. Der wirklich bemühten, sehr freundlichen krankenschwester war es zu verdanken, dass ich auch noch zu meinem mampf kam. Kurz nach 1730 uhr war ich wieder zu hause.
Warum ich dies alles so ausführlich schildere?
Nun, zum ersten weil ich auf sämtlichen meiner social-media accounts seit dem sommer fast nichts gepostet habe und ich hiermit nun endlich mein comeback androhe.
Und zum zweiten, weil es mir ein bedürfnis ist, die beiden institutionen lobend herauszuheben, die mir bei der erledigung dieser sache geholfen haben!
– Dr. Peter Landowski (Chirurgie Mariahilf) und das
– Franziskus Spital Margareten
Ich habe mich bei beiden ausgesprochen gut betreut, aufgehoben und wertgeschätzt gefühlt.
Dafür ein großes DANKE!
Nicht dass ich jetzt den wunsch hätte, zu einer insiderin, einer echten „Kennerin der Materie“ zu werden und dort öfter meine zeit zu verbringen – aber ich kann beide institutionen wirklich weiterempfehlen!
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Franziskus Spital Nikoldorfergasse 32 1050 wien
Dr. Peter Landowski | Chirurgie Mariahilf
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Photo: Franziskus Spital