02/12/2025
Erinnert ihr euch noch? Vor zwei Jahren sind wir aufgewacht, haben aus dem Fenster geschaut und plötzlich war klar: Heute geht erst mal gar nichts. Die Haustür steckte fest wie in einer Schneeskulptur, und der Winter meinte es so ernst wie früher, in den Kindheitstagen, als Schnee noch meterhoch lag und die Zeit ein bisschen langsamer lief.
Also hieß es: Schneeschaufel schnappen und los. Erst mal einen Weg freilegen, damit man überhaupt rauskommt. Und kaum war man stolz auf das kleine Stück Freiheit vor der Tür, schneite es wieder zu. Ein paar Stunden später stand man erneut draußen, der Atem dampfend, die Hände warm vom Arbeiten, und wieder ging’s von vorne los. Es hatte fast etwas Meditatives — dieses Kommen und Gehen, dieses Schippen und Staunen.
Die Tage und Nächte verschwammen im leisen Fall der Flocken. Die Welt wurde gedämpft, stiller, weicher. Und als nach zwei Tagen die Sonne endlich durchbrach, lag da dieses Winterwunderland vor uns: ein glitzernder Teppich über allem, hell, klar und unberührt. So ein Moment, der sich direkt festsetzt, weil er die Erinnerungen an früher wachkitzelt und gleichzeitig zeigt, wie schön das Jetzt sein kann.
Manchmal braucht es eben genau solche Winter, um uns wieder zu erden — still, kraftvoll und voller Zauber.