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u.v.m. Alle diese vermeintlichen Widersprü

„Wenn uns jemand fragt ,Woherkommt ihr?’, dann müssen wir immersagen: 'Wir sind Deutsche ausFrankreich’. Das ist kompliz...
23/05/2019

„Wenn uns jemand fragt ,Woher
kommt ihr?’, dann müssen wir immer
sagen: 'Wir sind Deutsche aus
Frankreich’. Das ist kompliziert. Wir
sind in Saarlouis geboren. Unsere
komplette Familie stammt aus dem
Saarland. Wir haben die deutsche
Staatsbürgerschaft. Aber wir haben
noch nie in Deutschland gelebt. Immer
nur in Frankreich. Unsere Eltern
haben noch vor unserer Geburt ein
großes Haus, das nicht so teuer war,
hinter die Grenze in Lothringen
gekauft. Wir waren in Frankreich im
Kindergarten und in der Grundschule.
Unsere beste Freundin ist Französin.
Wir hassen die Frage, ob wir nun
Deutsche oder Französinnen sind. Am liebsten hätten wir beide Staatsbürgerschaften. Aber das geht
nicht. Es gibt Momente, in denen wir
l ieber Deutsche sind, wei l die
Franzosen wieder i rgendeinen
Schwachsinn gemacht haben. Aber in
Deutschland sprechen wir immer
Französisch, damit uns niemand
versteht. Wenn unsere Eltern damals
nicht nach Frankreich gezogen wären,
wäre unser Leben viel weniger schön!
Uns fehlt immer etwas, wenn um uns
herum niemand Französisch spricht.
Wenn wir mit zweisprachigen Freunden unterwegs sind, können wir einfach von Deutsch auf Französisch wechseln, auch mitten im Satz. Das ist so einfach, weil jeder alles versteht. Es ist toll, beides zu haben und nicht nur Französisch oder Deutsch zu sein. Wir können uns von beiden Seiten das beste aussuchen. Außer bei den Wahlen. Wir können nicht bei den Bundestagswahlen teilnehmen, weil wir nie in Deutschland gelebt haben. Aber in Frankreich können wir den Präsidenten auch nicht wählen, weil wir Deutsche sind. Wir können höchstens bei den französischen Kommunalwahlen mitbestimmen. Und natürlich bei den Europawahlen. Wir profitieren jeden Tag von der Europäischen Union. Vielleicht sind wir einfach Europäer.”

– Ine und Lea, 18, Designstudentinnen aus Merten, Foto: Saarlouis

Mehr zu dem aktuellen Projekt:
18/05/2019

Mehr zu dem aktuellen Projekt:

Die Jungen Europäischen Föderalisten sind eine überparteiliche Jugendbewegung, die sich seit 50 Jahren für ein vereintes Europa mit föderalen und demokratischen Strukturen einsetzt. Helena und Timo gehören den JEF im Saarland an. Beide sind überzeugte Europäer. Vor der Wahl am 26. Mai, aber ...

“Ich wusste schon früh, dass ich unbedingt Französisch lernen wollte. Als saarländisches Kind fährt man ja manchmal mit ...
14/05/2019

“Ich wusste schon früh, dass ich unbedingt Französisch lernen wollte. Als saarländisches Kind fährt man ja manchmal mit seinen Eltern nach Lothringen ins Cora zum Einkaufen. Und das einzige, was man als Unterschied bemerkt ist, dass sich die Sprache verändert. Diese andere Sprache wollte ich gerne verstehen. Sprachbarriere ist nicht mein Ding. Ich unterhalte mich viel zu gerne mit Menschen. Deshalb wollte ich aufs Deutsch-Französische Gymnasium: Um fließend Französisch zu lernen. Hier am DFG komme ich jeden Tag in Kontakt mit der deutsch-französischen Freundschaft und Europa. Fast alle meine Freunde wohnen in Frankreich – sie sind zum Teil Deutsche, zum Teil Franzosen. Das macht für uns sowieso keinen Unterschied. Zu Freunden nach Sarreguemines fahre ich genauso selbstverständlich wie zu Freunden nach Völklingen. Grenzen fände ich in der Europäischen Union schlimm – so beengend. Mein Opa kommt aus Rheinland-Pfalz und arbeitete in den 1950er Jahren bei einer Versandfirma. Damals war die Grenze zum Saarland ja noch geschlossen. Wenn er etwas nach Saarbrücken liefern musste, dann war das sehr aufwändig. Er brauchte auch einen Ausweis. Er hat mir erzählt, wie unglaublich er es fand, nach 1957 plötzlich über die Grenze ins Saarland zu können. Das schlimmste, das in der Welt passieren könnte, wäre für mich, wenn wir Europa zerfallen lassen. Ich darf leider noch nicht wählen gehen am 26. Mai. Aber ich sage jedem meiner volljährigen Mitschüler, dass er wählen gehen soll. Und zwar pro-europäisch. Ich würde auch schon gerne wählen können. Ich bin für das Wahlrecht ab 16. Es ist unsere Zukunft! Und wenn man Bier trinken kann, dann kann man auch wählen. Eine gute Freundin von mir macht jetzt schon Abi und will in Luxemburg studieren. Es ist schon geplant, dass ich sie dann besuche. Luxemburg ist ja auch nicht weit weg. Ich selbst träume davon, in Schottland zu studieren. Dort war ich schon öfters mit der Familie in Urlaub. Als ich zum ersten Mal in die Stadt Edinburgh hineingelaufen bin, habe ich mich direkt zuhause gefühlt. Wenn Großbritannien demnächst aus der EU austritt, ist mein Traum wahrscheinlich geplatzt. Oder er wird viel schwieriger zu realisieren. Es sei denn, die proeuropäischen Schotten finden irgendeine andere Lösung.“

– Catharina, 16, Schülerin aus
Sulzbach

„Kaffeerösterei ist Kunst und Handwerk zugleich. Das Rösten bringt dir keiner so richtig bei. Es gibt keinen Ausbildungs...
13/05/2019

„Kaffeerösterei ist Kunst und Handwerk zugleich. Das Rösten bringt dir keiner so richtig bei. Es gibt keinen Ausbildungsberuf dafür. Du musst dir alles selbst aneignen, dir eine eigene Philosophie gestalten. Mit meiner Philosophie möchte ich erreichen, dass die Leute wieder begreifen, dass Qualität ihren Preis hat. Heute möchte die Mehrheit alles umsonst haben, aber selbst fair entlohnt werden. Internetriesen wie Amazon verstärken dieses Denken. Ich möchte mehr Sensibilität dafür schaffen, warum ein Produkt kostet, was es kostet. Bei mir liegt der Einstiegspreis zwischen 24 und 31 Euro pro Kilo Kaffee. Wenn der Kunde einmal an ein so hochqualitatives Produkt gewöhnt ist, wird er selten noch einmal zurückgehen. Ich nenne das den Todeskreislauf des guten Geschmacks. Alle meine Kaffees sind handselektiert und handaufbereitet. Mit meinem Kaffee-Wagen bin ich auf regionalen Märkten und Festen unterwegs. Jeden Sonntag mache ich einen Werksverkauf mit Kaffee und Kuchen hier in St. Ingbert. Die Kunden können mir dann Fragen stellen und sich selbst von der Qualität meiner Kaffeebohnen überzeugen. Ich bin ein transparentes Unternehmen. Meine Kaffees beziehe ich aus Nicaragua, Kolumbien, Indien, Papua-Neuguinea, Guatemala, Peru und El Salvador. Aber alles läuft über Importeure in der Europäischen Union. Die Hotspots heißen Hamburg, Amsterdam und London. Nach dem Brexit bricht London vielleicht wegen Zöllen weg. Das wird sich zeigen. Die europäische Community ist gerade im Spezialitätensegment des Kaffees sehr wichtig. Auf europäischen Messen wie der world of coffee-Messe kommt es zum Wissensaustausch. Es ist eine sehr befreundete Branche. Denn man kann keinen Kaffeeröster so einfach kopieren. Selbst dann nicht, wenn man die identischen Kaffees kauft. Beim Rösten entscheiden Minuten darüber, wie der Kaffee schmeckt. Der Kaffeeröster hat einen großen Spielraum, in dem er dem Kaffee seinen eigenen Fingerabdruck aufsetzen kann. Neben dem freien Warenverkehr und der Mobilität profitiere ich als Jungunternehmer von der Währungsunion in der Europäischen Union. Die Kaffeepreise sind natürlich an den Weltmarktpreis geknüpft. Aber die Produkte werden in Euro gehandelt. Daher habe ich kein zusätzliches Währungskursrisiko. Fairer Handel ist auch ein Thema, das ich mit der EU verknüpfe. Die Welt ist nicht gerecht. Auch in Europa nicht. Aber vielleicht ist sie hier noch am gerechtesten. Hier gibt es Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Sozialhilfe. Und darum kann ich mich als Europäer identifizieren. Wir müssen uns für fairen Handel und die Einhaltung der Menschenrechte in der ganzen Welt einsetzen. Ein wirtschaftliches Gegengewicht gegenüber Asien und Amerika bilden. Ich gehe auf jeden Fall wählen. Und sei es nur, um größeren Schaden zu vermeiden. In der Politik ist es wie in der Kaffeerösterei. Ohne Kompetenz hinter der Maschine kommt kein gutes Produkt dabei heraus.“

– Ramon, 28, Jungunternehmer aus Saarbrücken, Foto: St. Ingbert in der Werkshalle von Comame Coffee

„In Nordrhein-Westfalen gibt es auch ein internationales Umfeld. Aber kein deutsch-französisches wie hier im Saarland. F...
13/05/2019

„In Nordrhein-Westfalen gibt es auch ein internationales Umfeld. Aber kein deutsch-französisches wie hier im Saarland. Französisch fand ich schon in der Schule toll. Es war meine erste Fremdsprache. Nach dem Abi habe ich ein Jahr in Frankreich verbracht und dort meine ersten redaktionellen Arbeitserfahrungen gesammelt. Meine Vorliebe für Frankreich führte mich 2014 ins Saarland. Für eine Stelle als Rundfunkjournalistin bei SR2 Kulturradio. Grenzüberschreitende Themen waren genau mein Ding. Daher entschied ich mich für ein deutsch-französisch-luxemburgisches Masterstudium – und blieb in der Region. Als ich zum ersten Mal in Saarbrücken war, fiel mir direkt auf, wie viel Französisch man in der Innenstadt hört. Durch Nebenjobs zur Finanzierung meines Studiums knüpfte ich viele Kontakte mit Leuten im deutsch-französischen Bereich. Diese Art von Networking ist typisch Saarland. Es gibt keine vergleichbar entwickelte Grenzregion. In meinem aktuellen Job als Bildungsreferentin beim Deutschen Roten Kreuz vermittle ich junge Leute für einen Freiwilligendienst nach Luxemburg, Belgien oder Frankreich. Wir sind der einzige Landesverband, der nach Frankreich entsendet. Deshalb wenden sich Freiwillige aus ganz Deutschland an uns. Sie alle wollen für ein Jahr in französischen Bildungseinrichtungen oder im sozialen Bereich arbeiten. Ich weiß nicht, ob ich für immer im Saarland bleibe. Aber im Moment passt alles. Auch meine Hobbies sind grenzüberschreitend: Ich mache Radtouren nach Frankreich und bin Teil der Lindy Hop-Tanzcommunity der Großregion. Ich werde an der Europawahl teilnehmen. Aber ich habe noch nicht entschieden, für wen ich abstimme. Dazu will ich mir noch die Wahlprogramme durchlesen. Und mit Freunden darüber reden. Wir dürfen die Entscheidung aber auf keinen Fall den Rechtspopulisten überlassen. Die wollen zurück zum Europa der Nationalstaaten. Meine Kollegen vom Roten Kreuz in anderen Bundesländern klagen, wie viel schwieriger eine Vermittlung junger Leute nach Großbritannien schon jetzt ist. Der bevorstehende Brexit schürt viele Unsicherheiten. Niemand hat einen Plan, welche Auswirkungen ein EU-Ausstieg tatsächlich hat. Aber eins ist sicher: Er lähmt die Mobilität und ist ein großer Rückschritt. Letztlich sind die offenen Grenzen in der Europäischen Union Grundlage für meinen Arbeitsplatz.“

Katrin, 31, Bildungsreferentin aus Recklinghausen, Foto: Saarbrücken

Vor einigen Wochen hatte ich die Ehre Fotos zu machen für ein Projekt von Junge Europäer - JEF Saarland bei dem 13 Saarl...
09/05/2019

Vor einigen Wochen hatte ich die Ehre Fotos zu machen für ein Projekt von Junge Europäer - JEF Saarland bei dem 13 Saarländer interviewt wurden. Bei den Fotos habe ich mich ein wenig bei Humans of New York orientiert und Helena Pontmercy begleitet, die die Interviews gemacht hat.
Bei dem Projekt wurden Saarländer interviewt, die direkt betroffen wären, falls gewisse Vorzüge der EU nichtmehr wirken würden. Welche Vorzüge genau gemeint sind, werde ich zusammen mit den interviewten Personen in den nächsten zwei Wochen mitteilen.

Hier eine Reportage des SR über das Projekt:
https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=73944

Finanziell wurden wir unterstützt von der ASKO Europa-Stiftung und weitere Unterstützung haben wir von Maison Heinrich Heine

I love this man for what he's spending his time on the street. It's the small things in life. And exactly these things l...
07/11/2018

I love this man for what he's spending his time on the street. It's the small things in life. And exactly these things let your karma account stay positive.

I just wanted to show you the charisma of this guy!
07/11/2018

I just wanted to show you the charisma of this guy!

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Saarbrücken
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