18/11/2024
punkrock in my head.
In fast allem was ich denke, fühle und oftmals auch ausspreche bin ich scheinbar ein wenig sonderbar.
Das fängt schon damit an, dass ich das Alien der Familie bin. Ich habe andere Vorstellungen vom Leben und interessiere mich für ganz andere Sachen als der Rest. Ich habe mir über die Jahre, die ich nun schon länger auf eigenen Füßen stehe, meine ganz eigene Meinung gebildet und rede anderen nicht mehr zum Mund. Ich sage einfach gern was ich denke. Dabei kann und will ich aber niemanden zu etwas überreden oder umstimmen. Oftmals fühlen sich meine Gedankengänge für andere nämlich sehr fremdartig an.
Es ist so, ich denke und grübele von früh morgens bis spätabends. Das ist Hardcore-Arbeit sage ich euch. Ich kann es aber nicht ablegen, es geht nicht zu steuern.
Aus einem kleinen Ding kann sich mir eine riesen Welt auftun. Manchmal traumhaft, manchmal zu realistisch mit Hang zur Melodramatik. Heißt aber nicht, dass ich eine „Drama-Queen“ bin. Ich zerdenke sämtliche Situationen und gesprochenen Worte. - Es zermürbt mein Köpfchen. Das alles weil ich womöglich einfach viel zu viel Zeit allein mit mir selbst verbringe(n muss). Ich habe vor kurzem meinen 5. Geburtstag gehabt. - 5 Jahre soloselbständig! Das sind ganz schön viele Wochen und noch viel mehr Tage als man sich vorstellen kann, die man für seinen Lebensunterhalt komplett allein arbeitet. Keine Mitarbeiter, mit denen man sich austauschen kann, weder auf geschäftlicher Ebene, noch auf privater. Das ist krass.
Klar, man hat als Fotografin auch viel mit Privatkunden zu tun, mit denen man sich wirklich gut versteht, sich austauscht und eine gute Zeit hat während eines Shootings. Ich bin eine hochsensible Person und ein emotional handelnder Mensch. Zwischenmenschliches ist mir im Leben das Allerwichtigste. Letztendlich ist und bleibt es dennoch ein Geschäft. Das ist hart und man will es oft nicht wahrhaben. Am Ende bist du die selbständige Person, die Leistung bringt und dafür bezahlt wird.
Manchmal komme ich damit nicht so gut klar - meist passiert es mir bei größeren Veranstaltungen. Ich benenne diese Situation, die ich dann durchlaufe als 'Rockstar-Effekt'. Ich betrete die Bühne mit großem Lampenfieber, taste mich langsam vor und gebe mich meinem Element hin. Das wirkt mega ansteckend und ich reisse sie alle mit, auch die anfänglichen Skeptiker. Ich treffe den Nerv der Menschen mit meiner Natur. Nachdem ich gefeiert wurde und viel Applaus bekommen habe wird es abrupt still um mich. Das ist der Moment in dem ich mich allein im Auto auf der Heimfahrt wiederfinde. Es fühlt sich an als wäre all das Vorher nicht passiert. Als wäre es Einbildung gewesen. Plötzlich ist da nämlich keiner mehr, der applaudiert und meine Stimmung kippt. Oft überkommt es mich und ich muss weinen - so ein Absturz!
Ich bin mir fast sicher, dass es da nicht nur mir so geht. Aber ich bin einfach so offen und bespreche das gern. Auch wenn es unangenehm ist.
Gegen zuviele blöde Gedanken im Kopf helfen mir momentan lange Spaziergänge und motzige Rockmusik aus den 90ern auf den Ohren. 😝