23/03/2025
Das Deutsche Fotoinstitut in Düsseldorf – Zukunft der Fotografie sichern.
Die Fotografie spielt eine zentrale Rolle in Kunst, Kultur und Wissenschaft. Doch trotz ihrer Bedeutung gibt es in Deutschland bisher kein zentrales Institut zur Erforschung, Erhaltung und Vermittlung des fotografischen Erbes. Genau hier setzt das geplante Deutsche Fotoinstitut (DFI) in Düsseldorf an.
Mit Unterstützung der Landeshauptstadt Düsseldorf, des DFI e.V. und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, wird ein neues Kompetenzzentrum geschaffen, das sich der Sicherung und Sichtbarmachung fotografischer Bestände widmet. Der Haushaltsausschuss des Bundestages und der Landtag NRW haben dafür jeweils 41,5 Millionen Euro bewilligt.
Warum Düsseldorf?
Düsseldorf gilt als eine der wichtigsten Fotografie-Städte Deutschlands. Die Düsseldorfer Fotoschule der Kunstakademie Düsseldorf um Bernd und Hilla Becher hat die internationale Fotografie nachhaltig geprägt. Zahlreiche bedeutende Fotografen wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Robert Freund, Thomas Ruff und Thomas Struth sind hier beheimatet.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller betont:
“Wir stehen bereit, das Deutsche Fotoinstitut in Düsseldorf umzusetzen. Mit der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur haben wir einen starken Partner gefunden.”
Auch der Vorsitzende des DFI e.V., Moritz Wegwerth, sieht die Notwendigkeit eines solchen Instituts:
“Die Vernetzung von Akteuren und die Sicherung fotografischer Bestände sind entscheidend. Gleichzeitig müssen wir auf die Zukunft der Fotografie vorbereitet sein.”
Kooperation mit Köln – eine starke Allianz
Ein zentraler Partner für das DFI ist die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln. Diese Institution verwaltet bedeutende Sammlungen und bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Erhaltung und Erforschung der Fotografie mit.
Die Kooperation zwischen Düsseldorf und Köln eröffnet neue Möglichkeiten. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe hebt hervor:
“Die Becher-Schule ist ein zentraler Teil der deutschen Fotografiegeschichte. Es ist nur folgerichtig, mit der SK Stiftung Kultur zusammenzuarbeiten.”
Wichtige fotografische Sammlungen
Die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur verwahrt bedeutende Werke der deutschen Fotografiegeschichte. Besonders hervorzuheben sind:
Historische Meisterwerke
• August Sander Archiv
• Bernd und Hilla Becher Archiv (Kooperation mit Max Becher)
• Karl Blossfeldt, Paul Dobe, Hugo Erfurth, Albert Renger-Patzsch, Ruth Hallensleben, Wilhelm Schürmann
Zeitgenössische Fotografie
• Boris Becker, Joachim Brohm, Robert Freund, Candida Höfer, Simone Nieweg, Martin Rosswog
© photo: Fotograf Düsseldorf Robert Freund®
Internationale Fotografie
• Diane Arbus, Eugène Atget, William Christenberry, Jim Dine, Judith Joy Ross, Stephen Shore, Rosalind Solomon
Mit rund 40.000 Werken, umfangreichen Negativbeständen und einer Fachbibliothek ist die Sammlung eine bedeutende Ressource für das zukünftige Fotoinstitut.
Das Ziel: Ein Zentrum für die Fotografie
Das Deutsche Fotoinstitut wird mehr sein als ein Archiv – es soll ein lebendiges Zentrum für Forschung, Vermittlung und Präsentation werden. Geplant sind:
✔ Sammlung, Sicherung und Aufarbeitung fotografischer Vor- und Nachlässe
✔ Ausstellung und Erforschung analoger, digitaler und hybrider Fotografie
✔ Veranstaltungen und Workshops für Fotografen, Wissenschaftler und Restauratoren
✔ Zusammenarbeit mit Museen, Universitäten und internationalen Partnern
Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, kündigt an:
“Bald starten wir erste gemeinsame Projekte, um den Austausch mit der Fotografie-Szene aktiv zu gestalten.”
Unterstützung durch prominente Fotografen
Das Vorhaben erhält starke Unterstützung aus der Fotoszene. Max Becher, Sohn von Bernd und Hilla Becher, engagiert sich ebenso wie Andreas Gursky, der das Fotoinstitut in Düsseldorf am Ehrenhof realisiert sehen möchte.
Fazit: Düsseldorf wird zum Herzstück der Fotografie
Mit der Gründung des Deutschen Fotoinstituts entsteht eine zentrale Institution zur Erforschung und Erhaltung der Fotografie. Die Zusammenarbeit zwischen Düsseldorf und Köln bietet eine starke Basis, und die Einbindung internationaler Experten macht das Projekt einzigartig.
Die Bedeutung dieses Instituts kann kaum überschätzt werden: Es wird nicht nur ein Archiv, sondern ein Ort des Austauschs, der Inspiration und der Zukunft der Fotografie sein.